Fortschritt bei Suche nach Partner: Inder vor Einstieg bei T-Systems

Fortschritt bei Suche nach Partner
Inder vor Einstieg bei T-Systems

Die Deutsche Telekom kommt bei ihrem Konzernumbau voran: Nach dem Personalumbau im vergangenen Jahr will das Unternehmen in Kürze die zweite Großbaustelle beseitigen. Bei der Suche nach einem Partner für die Geschäftskundensparte T-Systems gebe es „konkrete“ Fortschritte, sagte Vorstandschef René Obermann.

HB BERLIN. Aufgrund der Komplexität der Transaktion werde ein Vertragsabschluss aber noch einige Zeit in Anspruch nehmen, so Obermann am Montag in Berlin. Fortschritte sieht die Telekom auch bei der Stabilisierung ihres lahmenden Heimatgeschäfts, das wegen des harten Wettbewerbs unter Druck steht.

Nach Angaben aus dem Konzernumfeld sollen Teile von T-Systems in eine Partnerschaft mit dem indischen IT-Dienstleister Tata Consultancy Services eingebracht werden. „Die Gespräche mit Tata stehen kurz vor dem Abschluss, bereits in einigen Tagen könnte der Vertrag unterschrieben werden“, hieß es. Allerdings könnten die Gespräche mit den Indern noch auf der Zielgeraden scheitern, da es einige offene Punkte gebe. Tata sei für T-Systems ein idealer Partner, da die Gesellschaft über viele Mitarbeiter in Niedriglohnländern verfüge. Die Telekom-Tochter könnte darüber ihre im Vergleich zu Wettbewerbern vergleichsweise hohen Lohnkosten in den Griff bekommen.

Die Telekom will über die Kooperation ihre internationale Präsenz im Großkundengeschäft steigern und stärker von der zunehmenden Verzahnung von IT- und Telefondienstleistungen profitieren. Dazu soll der Bereich Systems Integration mit rund 18 000 der insgesamt 56 0000 Beschäftigten in die Partnerschaft eingebracht werden. Geplant ist nach Angaben aus Konzernkreisen zudem eine Verschlankung der Einheit. T-Systems steht mit einem jährlichen Umsatz von zuletzt 13 Mrd. Euro für rund ein Fünftel der Konzernerlöse, gilt aber als Sorgenkind des Unternehmens, da die Margen hinter denen der anderen Konzernteile zurückbleiben. Obermann hatte daher im März 2007 die Suche nach einem Partner für die Geschäftskundentochter eingeläutet.

Obermann äußerte sich zuversichtlich über die Entwicklung des Geschäfts mit Internet-Fernsehen. „Für das Jahresende 2008 peilen wir rund 500 000 Kunden an“, sagte der Vorstandschef. Ende vergangenen Jahres lag die Nutzerbasis bei rund 150 000 und damit im zuvor genannten Zielkorridor. Mit dem Ausbau des sogenannten „Triple-Play“-Geschäfts (Internet, Telefon, Medieninhalte) will der Bonner Konzern die Rückgänge in der traditionellen Festnetztelefonie ausgleichen. Die Zahl der Festnetzanschlüsse sank regulierungsbedingt in den beiden vergangenen Jahren um jeweils rund zwei Millionen. Grundlage für den Ausbau des Geschäfts ist der Bau des schnellen VDSL-Netzes, der rund drei Mrd. Euro verschlingt.

Ein weiterer Faktor für die Stabilisierung des Geschäfts ist der Mobilfunkbereich. Die Kundenbasis sei im vergangenen Jahr um zehn Prozent auf rund 120 Mill. gewachsen, sagte Obermann. Wichtigster Treiber war dabei vor allem die US-Tochter T-Mobile USA, die mehrere Mill. neue Nutzer unter Vertrag nahm. Zufrieden äußerte sich Obermann über die Entwicklung der Billigtochter Congstar. „Mit aktuell rund 200 000 Kunden nach so kurzer Zeit für Mobilfunkangebote und DSL sind wir sehr zufrieden“, sagte der Vorstandschef.

Die Bereiche DSL und Mobilfunk sind wichtige Bausteine, mit denen Obermann die Ergebnisrückgänge im vergangenen Jahr ausgleichen will. Bislang sei die Gesellschaft ein gutes Stück voran gekommen, die Telekom langfristig wettbewerbsfähig zu machen. Der im vergangenen Jahr eingeschlagene Reformkurs müsse nun nicht nur konsequent fortgeführt, sondern weiter intensiviert werden, sagte Obermann.

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