Fotopionier bedroht
Kodaks Rettung steht offenbar auf der Kippe

Einem Zeitungsbericht zufolge ist die Rettung von Kodak gefährdet. Erneut sind Insolvenzgerüchte aufgekommen: Angeblich hat sich das Foto-Urgestein Schwierigkeiten, die benötigten hunderte Millionen Dollar zu besorgen.
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RochesterDer Fotopionier Kodak hat laut einem Zeitungsbericht Probleme, das für sein Überleben nötige frische Geld aufzutreiben. Unter anderem seien mehrere Hedge-Fonds, mit denen ursprünglich über 900 Millionen Dollar gesprochen worden sei, jetzt nur noch zu einer Investition von 600 bis 700 Millionen Dollar bereit, berichtete das „Wall Street Journal“ am Montag. Das könnte möglicherweise nicht genug sein.

Das Geld werde gebraucht, um die Zeit bis zu einem Verkauf eines Portfolios aus 1100 Patenten zu überbrücken. Verhandlungen darüber laufen bereits länger, sie sollen dem Vernehmen nach auch die in einem Patentkrieg verwickelten Smartphone-Schwergewichte Google und Apple angezogen haben. Allerdings seien die Interessenten sehr vorsichtig, weil eine spätere Kodak-Insolvenz dem Käufer viel Ärger mit Gläubigern einhandeln könne, schrieb die Zeitung jetzt.

Wenn es in den kommenden Wochen nicht gelinge, den Patentverkauf abzuschließen oder eine Finanzierung zu vereinbaren, könne Kodak in den ersten Monaten 2012 zu einem Insolvenzantrag gezwungen sein, sagte einer der Informanten des „Wall Street Journal“.

Schon im Oktober hatte die Finanznachrichtenagentur Bloomberg von Insolvenzüberlegungen bei Kodak berichtet und einen zwischenzeitlichen Kursrutsch ausgelöst. Das Unternehmen beteuerte damals, es habe keine aktuelle Absicht, einen Insolvenzantrag zu stellen. Bei Vorlage der Quartalszahlen Anfang November sah sich Kodak dann zum dramatischen Eingeständnis gezwungen, dass binnen zwölf Monaten das Aus drohe, wenn keine Quelle für frisches Geld aufgetan werde.

Kodak hat der analogen Fotografie vor mehr als hundert Jahren seinen Stempel aufgedrückt. Der Wandel von der klassischen Film-Technik zur digitalen Geräten macht dem Foto-Pionier aber schon seit Jahren schwer zu schaffen. Konzernchef Antonio Perez will den Konzern als Druck-Spezialisten neu ausrichten, doch der Umbau läuft schleppend. Im dritten Quartal gab es zuletzt rote Zahlen von 222 Millionen Dollar gegeben, die Barbestände schmolzen von 1,6 Milliarden Dollar zu Jahresbeginn auf 862 Millionen Dollar Ende September zusammen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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