France Télécom
hat seinen Übernahmeplan für den nordischen Konkurrenten Telia Sonera
aufgegeben. Woran der milliardenschwere Einstieg bei dem schwedisch-finnischen Konkurrenten scheiterte, von dem mehr als 50 Prozent in Staatseigentum sind.
France-Télécom-Chef Didier Lombard haben die geplante Übernahme von Telia Sonera gestoppt. Foto: Reuters
HB PARIS. Die Unternehmen seien sich nicht über die finanziellen Bedingungen eines Kaufes einig geworden, begründete der französische Konzern am Montag die Entscheidung. Telia Sonera
erklärte seinerseits, France Télécom
habe sein vorläufiges Angebot im Zuge der Verhandlungen nicht wesentlich aufgebessert.
Mit dem Rückzug der Franzosen wird der Plan gestoppt, das umsatzstärkste europäische Telekomunternehmen mit Operationen vom Polarkreis bis zum Indischen Ozean zu schaffen. Telia Sonera
ist stark in ganz Skandinavien und den baltischen Staaten sowie in den großen Wachstumsmärkten Russland und Türkei.Seit April hatte France Télécom
Interesse bekundet.
Das Unternehmen hatte am 5. Juni ein vorläufiges Angebot in Bar und Aktien für die Übernahme des schwedisch-finnischen Konkurrenten vorgelegt, dessen Wert sich umgerechnet auf gut 25 Mrd. Euro belief. Eine Aufstockung des Angebots hatten die Franzosen nicht grundsätzlich ausgeschlossen. Telia Sonera
ist zu mehr als 50 Prozent im Besitz des schwedischen und finnischen Staates. Der Konzern hatte die Offerte Anfang Juni rasch als zu niedrig abgelehnt.
Nachdem die Franzosen ihr Angebot nachgebessert hätten, habe es am Sonntagabend Gespräche zwischen beiden Seiten gegeben, schrieb das "Wall Street Journal" auf seiner Internetseite unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.
Zuvor hatten sich Manager von France Télécom
wiederholt dem Wunsch nach einer Aufbesserung des Angebots widersetzt und den Spielraum ihres Unternehmens als "sehr begrenzt" bezeichnet. Bei Analysten und Investoren waren die Pläne auf wenig Begeisterung gestoßen.
Ein Händler erwartet nach dem Rückzug der Offerte für Telia Sonera
Aufschläge bei France Télécom
. Nachdem zuletzt noch über eine Anhebung des Gebots spekuliert worden sei, dürfte das Papier größeres Erholungspotenzial haben. Die Papiere von France Télécom
legten zu Handelsbeginn um etwa neun Prozent zu. Die Telia-Sonera
-Aktie verlor dagegen in Stockholm knapp 14 Prozent.

