France-Télécom-Tochter kämpft gegen Verluste: Equant will stärker von Outsourcing profitieren

France-Télécom-Tochter kämpft gegen Verluste
Equant will stärker von Outsourcing profitieren

Der französische Telekomdienstleister Equant treibt seinen Umbau voran: Das Unternehmen, das bisher in erster Linie den Telefon- und Datenverkehr internationaler Unternehmen abwickelt, will künftig mehr Geld mit Technologieberatung verdienen und von der Auslagerung von Telekommunikationsdiensten profitieren.

slo DÜSSELDORF. Der Umsatzanteil dieses Service-Geschäfts soll dieses Jahr von bislang 16 auf etwa 25 Prozent steigen, sagte Frank Sommerfeld, Deutschland-Chef von Equant, dem Handelsblatt.

Wir sehen bei unseren Kunden ein sehr großes Potenzial, wenn es um das Outsourcing von Kommunikationsservices geht, denn im Prinzip beginnt diese Auslagerungs-Welle gerade erst“, so Sommerfeld. Bisher stand bei Unternehmen eher die Verlagerung von IT-Aufgaben an externe Dienstleister im Vordergrund. „Derzeit verschiebt sich der Schwerpunkt zunehmend auch auf das Outsourcing von Kommunikationsdiensten“, sagt Dan Bieler, Telekommunikationsanalyst bei der Beratungsgesellschaft Ovum.

Für Equant ist diese Entwicklung ein wichtiger Faktor bei der angestrebten Wende zu einem profitablen Unternehmen. Seit 2000 fährt die Tochter von France Télécom, die die Mutter demnächst zu 100 Prozent übernehmen will, Verluste ein. Hauptgrund dafür ist der Preisverfall im Geschäft mit klassischen Telefon- und Datendiensten – eine Folge der Überkapazitäten durch den Ausbau der Telekomnetze während des Internetbooms vor fünf Jahren. Zudem macht dem Unternehmen der schwache Dollarkurs zu schaffen. Für 2004 meldete Equant einen operativen Verlust von 375 Mill. Euro, ein Drittel mehr als im Vorjahr – bei einem leicht gesunkenen Umsatz von 2,9 Mrd. Dollar.

Nach der Übernahme des Konkurrenten Infonet durch die britische BT wächst zudem der Wettbewerbsdruck in der Branche. Equant konkurriert ebenfalls mit AT&T, MCI sowie der Großkundensparte der Deutschen Telekom, T-Systems. Durch die verstärkte Ausrichtung auf Service und Beratung kommen etablierte Technologieexperten wie Accenture, Capgemini und IBM als Wettbewerber hinzu.

Um sich in diesem Revier zu behaupten, will Equant vor allem seine weltweite Präsenz nutzen. Das Unternehmen ist in mehr als 220 Ländern aktiv. Damit habe Equant eine größere Reichweite als die meisten Konkurrenten, schreibt Kathleen Adams, Analystin bei Gartner, in einer Studie. Den Vorzug setzt Equant aber wohl nicht erfolgreich ein: Das Zusammenspiel innerhalb des Konzerns funktioniere nicht, kritisierte Unternehmenschef Charles Dehelly in einem internen Schreiben.

Selbst wenn Equant diese Probleme in Griff bekommt, verliert die Reichweite des Unternehmens nach Ansicht von Experten an Bedeutung: „Es gibt in jeder Region Telekomanbieter, mit denen Equant-Konkurrenten zusammenarbeiten können, man muss nicht immer selbst vor Ort sein“, sagt Bieler von Ovum.

Der bisher noch recht kleine Konkurrent Vanco macht diese Strategie recht erfolgreich vor: Das britische Unternehmen besitzt keine eigene Netzinfrastruktur, sondern mietet alles nach Bedarf und kann daher niedrigere Preise anbieten als Unternehmen wie Equant, bei denen das eigene Netzwerk Wartungs- und Personalkosten verursacht. Im Gegenzug kann Equant aber über die eigene Infrastruktur anspruchsvollere Services für Geschäftskunden anbieten und beispielsweise in den Markt für Sicherheitslösungen stärker vordringen – ebenfalls einem Wachstumsmarkt. Denn im Kerngeschäft von Equant, dem Vermieten von Netzkapazitäten, ist keine Besserung in Sicht: „Der Preisverfall wird weiter anhalten“, sagt Sommerfeld.

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