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20.06.2008 
Mögliche Übernahme im Kommunikations-Sektor

France Télécom will nachlegen

von Holger Alich

France Télécom legt noch einen drauf: Der Konzern erwägt offenbar eine Erhöhung der Bar-Komponente für Telia-Sonera. Doch Analysten bleiben kritisch.

Gervais Pellissier, Finanzchef von France Télécom, erwägt offenbar eine Erhöhung des Angebotes. Foto: ReutersLupe

Gervais Pellissier, Finanzchef von France Télécom, erwägt offenbar eine Erhöhung des Angebotes. Foto: Reuters

PARIS. France Télécom ist bereit, seine Offerte für den skandinavischen Telekomkonzern Telia Sonera zu erhöhen. "Der Handlungsspielraum bei der Barkomponente ist dabei aber sehr begrenzt", zitiert eine Pressemitteilung Äußerungen von Finanzchef Gervais Pellissier, die dieser gestern auf einer Investorenkonferenz gemacht hat. Die Franzosen stünden in Kontakt mit Telia Sonera und "untersuchten derzeit die Bedingungen zur Aufnahme formeller Verhandlungen."

France Télécom hatte am 5. Juni eine nicht bindende Offerte über rund 27 Mrd. Euro für die in Stockholm angesiedelte Telia Sonera gemacht. Die Franzosen bieten einen Mix aus Bargeld und Aktien; wegen des Kursrutsches der Aktie von France Télécom bewertet das Gebot die Aktie von Telia Sonera nur noch 55 schwedischen Kronen. Am Tag der Veröffentlichung der Avancen lag der Wert noch bei 63 Kronen. Telia Sonera selbst sowie die staatlichen Großaktionäre hatten die Offerte als zu gering abgelehnt. France Télécom würde mit dem Zukauf zum weltweit viertgrößten Telekom-Anbieter.

Die Franzosen wollen allenfalls die Barkomponente erhöhen und haben bereits versprochen, den Aktienanteil nicht zu verändern, um eine weitere Verwässerung der Alt-Aktionäre zu vermeiden.

Zunächst hatte France-Télécom-Chef Didier Lombard die Frist gesetzt, binnen 15 Tagen zu einer Einigung zu kommen, oder den Deal fallen zu lassen. Nun scheinen sich die Franzosen mehr Zeit geben zu wollen. Die Diskussionen sollten laut Finanzchef Pellissier "eine vernünftige Dauer" nicht überschreiten, hieß es gestern. "France Télécom ist bereit, das Projekt fallen zu lassen, seine Umsetzung ist nicht unverzichtbar", ergänzte er.

Analysten beurteilen das Vorhaben kritisch. Da beide Unternehmen in unterschiedlichen Märkten aktiv sind, ergäben sich kaum Einspareffekte. Die Experten der Citigroup meinen, dass France Télécom die Übernahme nur wagt, da der Konzern keine attraktiven und bezahlbaren Ziele in Wachstumsmärkten finde.

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