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Frankfurter Buchmesse: Verleger aufgewacht!

Der nächste Versuch, bitte: Die Chancen stehen gut, dass sich E-Books in Deutschland durchsetzen. Die Geräte werden immer billiger, das Textangebot wächst. Die Branche steht vor einem radikalen Umbruch.

DüsseldorfDas E-Book steht kurz vor dem Durchbruch. Der Satz ist tausendmal geschrieben. Stimmt er diesmal? Immer wieder haben Experten dem digitalen Buch eine glänzende Zukunft vorausgesagt, immer wieder haben sich diese Prognosen zerschlagen. Während in den USA immer mehr Leser „Fifty Shades of Grey“ oder den neuesten Schinken von Ken Follett auf Kindle oder iPad lesen, greifen die allermeisten Deutschen noch zum Druckwerk. Doch in diesem Jahr könnte die Buchmesse in Frankfurt, die heute eröffnet wird, tatsächlich das digitale Zeitalter einläuten. Für so manchen in der Branche ist das keine gute Nachricht.

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Bislang liegt der Marktanteil der E-Books nur knapp über der Wahrnehmungsschwelle: Im vergangenen Jahr trugen sie mit nur einem Prozent zum Umsatz der deutschen Buchbranche bei, wie die Marktforscher der GfK errechnet haben. Im ersten Halbjahr 2012 stieg der Anteil auf zwei Prozent. Zum Vergleich: In den USA machten die Verlage 2011 bereits 15,5 Prozent ihres Umsatzes mit E-Books, mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr. „Man braucht attraktive Inhalte und Geräte – das eine macht ohne das andere keinen Spaß“, sagt Mario Rehse, E-Book-Experte vom IT-Branchenverband Bitkom. Nun tut sich etwas auf beiden Seiten der Gleichung.

Die Vorteile von E-Readern

  • Augenfreundliches Display

    Die meisten E-Reader arbeiten nicht mit einem klassischen Bildschirm, sondern elektronischem Papier. Diese Technologie strahlt selbst kein Licht aus, sondern reflektiert es nur - und sie flimmert auch nicht. Damit ermüden die Augen beim Lesen nicht so schnell. Auch bei hellem Licht gibt es keine Probleme.

  • Lange Akkulaufzeit

    E-Reader sind wahre Ausdauerwunder: Da der Stromverbrauch niedrig ist, kommen Nutzer über Wochen mit einer Akkuladung aus.

  • Geringes Gewicht

    Die meisten E-Reader sind Leichtgewichte: Das aktuelle Kindle-Modell von Amazon bringt beispielsweise weniger als 170 Gramm auf die Waage. Gleichzeitig passen hunderte Bücher in den Speicher - gerade für den Urlaub ist das sehr komfortabel.

  • Nachschub auch unterwegs

    Einige Modelle haben ein Mobilfunk-Modul und ermöglichen es so, auch unterwegs neues Lesefutter herunterzuladen.

Vorreiter ist Amazon. Der Online-Händler verkauft seinen Lese-Flachmann Kindle schon seit 2009 in Deutschland, heute ist die günstigste Variante für knapp 80 Euro zu haben. Andere Hersteller unterbieten diesen Preis sogar noch. Die Funktionen der Buch-Alternativen sind überdies immer ausgereifter; einige haben Bildschirme mit Touch-Funktionen und Farbdarstellung, Leser können im Lexikon Wörter nachschlagen und sich Notizen machen.

Aktuelle Modelle Diese E-Reader sollten Sie kennen

Alternative zum Druckwerk: Auf einem E-Reader können Nutzer hunderte Bücher mitnehmen. Die Auswahl an Geräten wird immer größer.

Bild: dpa

Ohnehin haben immer mehr Nutzer ein Lesegerät in der Tasche: Tablet-Computer sind in, allen voran das iPad von Apple. Auch die Flachmänner dürften dank rapide sinkender Preise noch beliebter werden. Amazon vermarktet die einfache Variante seines Tablets Kindle Fire für 160 Euro, mit HD-Bildschirm kostet das Gerät 200 Euro. Google verkauft sein Nexus 7 ebenfalls für schlanke 200 Euro. „Die Lesegeräte werden immer billiger und besser“, sagt Rehse.

  • 09.10.2012, 21:03 UhrHarald

    Es geht doch nichts über ein auf Papier gedrucktes Buch das ich nach dem Lesen ins Regal und später immer wieder durchblättern kann! Ich kann es vererben, verschenken, verkaufen oder einfach behalten. Ich besitze derzeit mehr als 500 gedruckte Bücher. Nicht auszudenken was mit diesen passieren würde wenn sie auf einem IPad oder ähnlichem gespeichert wären und nach einem Stromausfall einfach weg wären :-( Nein nein! Man kann nicht alles digitalisieren und es dann für das gleiche (!) Geld verkaufen. Wenn ihr Ebooks absetzen wollt, dann müßt ihr diese erheblich billiger machen als gedruckte und daher haltbare Bücher! Ansonsten wird es nix werden!

  • 09.10.2012, 21:16 UhrSilvercoin82

    jedes Jahr zur selben Messe-Zeit wird das Ebook als Zukunft angepriesen und dennoch kenne ich niemanden, der sich so ein Teil besorgt hat. Bücher in klassischer Form aus Papier sind und werden immer aktuell sein! Selbst in 200 Jahren.

  • 09.10.2012, 21:20 UhrReinhard

    Der große Vorteil der elektronischen Medien ist die Geschwindigkeit. Das, was ich gerade Online gelesen habe, wird erst Morgen früh in der Zeitung stehen. Da fragt man sich zuerst, warum es noch gedruckte Zeitungen gibt. Und welchen wirklichen Vorteil hat das eBook? Gewicht? Wird von der Haptik des gedruckten Buches um Längen geschlagen! Geschwindigkeit? Lächerlich, ich habe bisher beim neuen T.C. Boyle auch nicht nachts vor der Buchhandlung Schlange gestanden.
    Hier passiert nichts anderes als beim Kampf der Supermärkte gegen die Bäcker oder Metzger oder der Textilketten gegen die Einzelhändler: Die Konzerne verdrängen die lästigen Mitbewerber, die seit Jahren mehr für das Buch getan haben als Amazon und Co je tun werden. Und regelmäßig zu Beginn der Buchmesse läuft die PR-Maschine der eBook-Profiteure auf Hochtouren.

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