„Frankfurter Rundschau“: Kartellamt prüft Angebot der FAZ

„Frankfurter Rundschau“
Kartellamt prüft Angebot der FAZ

Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ will das insolvente Konkurrenzblatt „Frankfurter Rundschau“ übernehmen. Das Kartellamt beschäftigt sich mit dem Fall. Allerdings ist Eile geboten.
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BonnDas Bundeskartellamt prüft eine Übernahme der insolventen Tageszeitung „Frankfurter Rundschau“ (FR) durch den lokalen Rivalen „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ). Der hinter der FAZ stehende Verlag habe seinen Plan am Mittwoch offiziell angemeldet, teilte die Wettbewerbsbehörde am Donnerstag in Bonn mit. Über einen Einstieg war in den vergangenen Tagen bereits spekuliert worden, es gab dafür bisher aber keine offizielle Bestätigung. Die traditionsreiche linksliberale FR hatte im November 2012 Insolvenzantrag wegen drohender Zahlungsunfähigkeit gestellt.

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sei eine abschließende Bewertung der geplanten sogenannten Sanierungsfusion noch nicht möglich, teilte das Bundeskartellamt mit. Die Prüffrist sei wegen des hohen Zeitdrucks aber „stark verkürzt“ worden. Das Erscheinen der FR ist nach Angaben ihres vorläufigen Insolvenzverwalters noch bis Ende Februar gesichert. Bis dahin muss ein Käufer gefunden sein.

Am Mittwoch hatte der Insolvenzverwalter mitgeteilt, dass noch Gespräche mit zwei potenziellen Investoren gebe, die Interesse an der Übernahme von Teilen des Unternehmens hätten. Der aktuelle Stand der Verhandlungen lasse sich jedoch nur als „sehr schlechte Situation“ beschreibe, sagte er. Einen Interessenten nannte er, und zwar die türkische Firma Estetik Yayincilik. Diese habe aber nur ein vages und nicht tragfähiges Konzept vorgelegt. Den anderen bezeichnete der Insolvenzverwalter lediglich als „deutschen Investor“.

Dem Insolvenzverwalters zufolge will der hinter der FAZ stehende Verlag die FR in „gewohntem Umfang“ fortführen und die dafür benötigten Mitarbeiter in der Redaktion übernehmen. Dabei könnten allerdings 370 bis 400 Mitarbeiter ihren Job verlieren. Die Gewerkschaft Verdi forderte für den Fall der Übernahme der FR durch die FAZ bereits, diese als eigenständige Zeitung zu erhalten.

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