Frankreich: Axel Springer investiert halbe Milliarde Euro

Frankreich
Axel Springer investiert halbe Milliarde Euro

Der Verlagskonzern Axel Springer will mehr als eine halbe Milliarde Euro für eine Internetfirma in Frankreich ausgeben. Springer bietet 34 Euro je Aktie für seloger.com, den Betreiber von sechs Internet-Portalen für Immobilienanzeigen, wie das Unternehmen am Donnerstagabend in Berlin mitteilte.
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HB FRANKFURT. Der Verlagskonzern Axel Springer will für die Übernahme von Frankreichs führender Internet-Immobilienbörse SeLoger.com mehr als eine halbe Milliarde Euro ausgeben. Springer bietet für das Unternehmen nach eigenen Angaben 34 Euro je Aktie. Damit ist die Internetanzeigen-Firma 566 Mio. Euro wert. Das Geschäft mit Kleinanzeigen verlagert sich immer mehr von den Print-Medien in Richtung Internet und Springer will in diesem lukrativen Geschäftsfeld vorne mitspielen. SeLoger.com bestätigte am Freitag den Eingang der Offerte.

Der Aufsichtsrat werde in den nächsten Tagen über das Angebot beraten, sagte eine Sprecherin. Die SeLoger.com-Aktionäre sollen einen Aufschlag von 13,3 Prozent auf den Schlusskurs ihrer Aktie am Donnerstag erhalten. Da war die Aktie bei 30 Euro aus dem Handel gegangen.

Rubrikenmärkte zählten zum Kerngeschäft des Konzerns, erklärte Springer-Chef Mathias Döpfner. „Axel Springer hat sich bereits in mehreren europäischen Märkten als bedeutender Anbieter von Online-Rubrikenmärkten etabliert. Die Beteiligung an SeLoger.com SA passt daher hervorragend zu unserer Strategie“, erklärte der Manager. Springer vergrößere mit SeLoger.com seine europäische Präsenz im Bereich der Online-Rubrikenmärkte deutlich.

Am Kapitalmarkt wurde der Vorstoß von Springer positiv gewertet. Das sei ein attraktives Kaufobjekt, erklärten Börsianer. Die im Nebenwerte-Index MDax notierte Springer-Aktie legte knapp ein Prozent zu. SeLoger-Aktien wurden am Freitag vom Handel ausgesetzt. Am Montag soll der Handel nach Angaben der SeLoger.com-Sprecherin wieder aufgenommen werden.

Springer hat bereits 12,4 Prozent der SeLoger-Aktien von den Firmengründern Amal Amar and Denys Chalumeau sowie anderen Großaktionären für ebenfalls je 34 Euro - insgesamt 70 Mio. Euro - erworben. 76,6 Prozent der Aktien sind im Streubesitz.

Das Unternehmen ist Springer zufolge mit dem Seiten www.seloger.com und www.immostreet.com die führende Internet-Immobilienbörse in Frankreich. Die in Paris ansässige Firma betreibt insgesamt sechs Internet-Portale. Rund 80 Prozent der Immobilienmakler im Raum Paris und etwa 55 Prozent der Makler in weiteren französischen Regionen nutzen Springer zufolge die Seiten, um ihre Objekte anzubieten.

SeLoger.com ist profitabel. Im ersten Halbjahr 2010 hat die vor 18 Jahren gegründete Firma bei einem Umsatz von knapp 40 Mio. Euro mehr als zehn Mio. Euro netto verdient. Die operative Umsatzrendite lag bei 52 Prozent. Zum Jahresende soll der Umsatz bis auf 84 (2009: 73) Mio. Euro steigen.

SeLoger.com wäre der zweite große Zukauf von Axel Springer im französischen Internet-Geschäft. Vor drei Jahren hatte der Verlag die Mehrheit am Frauen-Portal auFeminin.com mit einem Firmenwert von mehr als 280 Mio. Euro gekauft.

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