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Frankreich: Gnadenloser Konkurrenzkampf

In Frankreich gibt es gleich zwei Pay-TV-Anbieter, zwischen denen seit Jahren ein gnadenloser Konkurrenzkampf tobt: Auf der einen Seite steht die Canal+ Group, Tochter von Vivendi Universal, auf der anderen TPS, das Gemeinschaftsunternehmen von TF1 und der Bertelsmann-Tochter M6.

Analysten sind davon überzeugt, dass der Markt langfristig nur für einen der beiden Anbieter groß genug ist. Von einer Fusion sind die beiden Streithähne aber weit entfernt. Platzhirsch Canal+, seit 1984 auf Sendung, tut alles, um den erst vor acht Jahren gestarteten Verfolger TPS aus dem Markt zu drängen. Im Dezember holte Canal+ zum vermeintlich vernichtenden Schlag aus: Das Unternehmen legte 600 Millionen Euro pro Saison auf den Tisch, um in den kommenden drei Jahren die französische Fußball-Liga exklusiv zeigen zu dürfen. Bis dahin hatten sich TPS und Canal+ die Rechte geteilt. „Es gibt Schlachten, bei denen man froh ist, sie verloren zu haben“, sagte M6-Chef Nicolas de Tavernost zu der astronomischen Summe.

Denn nun sind die französischen Fußballrechte die teuersten der Welt. Das Kalkül von Canal+, dem Konkurrenzkanal mit Hilfe des Fußballs die Kunden abzujagen, scheint fürs Erste fehlgeschlagen zu sein. Ende Dezember vermeldete TPS, 2004 netto 115 000 neue Abonnenten gewonnen zu haben; 2003 waren es rund 66 000 Neukunden. „Es gibt keinen Fußballeffekt“, frohlockte TPS-Chef Emmanuel Florent. Für die Eigentümer ist die Schlacht der Pay-TV-Anbieter ein bislang teures Vergnügen. TPS hat noch nie einen Cent Gewinn gemacht, die aufgelaufenen Verluste sollen sich auf über 400 Millionen Euro belaufen. Und Canal+ wies in den ersten neun Monaten ein auf 96 Millionen Euro gesunkenes operatives Ergebnis aus. ali

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