Frankreich
Vivendi meistert die Wirtschaftskrise spielerisch

Der französische Telekom - und Medienkonzern Vivendi will 2009 die Früchte seiner Zukäufe ernten und sieht die Krise gelassen. Für dieses Jahr erwartet das Unternehmen einen "starken Anstieg" des operativen Gewinns. Analysten rechnen gar mit einem Plus von 14 Prozent.

PARIS. Der französische Telekom - und Medienkonzern Vivendi will 2009 die Früchte seiner Zukäufe ernten und sieht die Krise gelassen. Für dieses Jahr erwartet das Unternehmen einen "starken Anstieg" des operativen Gewinns, wie Vivendi-Chef Jean-Bernard Lévy gestern bei der Vorstellung der Bilanz mitteilte. Die Analysten des Brokers Oddo rechnen gar mit einem Plus von 14 Prozent. Im vergangenen Jahr hat der Unterhaltungsriese mit einem Zuwachs des bereinigten Gewinns um 8,4 Prozent auf 2,7 Mrd. Euro die eigenen Prognosen und die des Marktes erfüllt. "Wir sind sehr zuversichtlich trotz der Marktumstände, beobachten aber aufmerksam unsere Kosten", sagte Lévy.

Vivendi gehört der Mobilfunker SFR, der Bezahlsender Canal Plus, das Musiklabel Universal und der Spiele-Entwickler Activision Blizzard. Das Geschäftsmodell beruht vor allem auf Abo-Einnahmen und beweist in der Krise seine Widerstandskraft. 70 Prozent der Umsätze stammen von den mehr als 64 Mio. Abonnenten der verschiedenen Dienste. Werbung trägt gerade mal mit 0,5 Prozent zum Umsatz bei.

Vergangenes Jahr war Vivendi in Sachen Zukäufe sehr aktiv: Der Konzern übernahm den Festnetzanbieter Neuf in Frankreich sowie die Mehrheit am Spieleanbieter Activision. Die Integrationskosten der Zukäufe belasteten den Gewinn vor Zinsen, Abschreibungen und Steuern (Ebita) mit 245 Mio. Euro.

Hinzu kommt eine Sonderlast aus neuen Bilanzregeln: So muss Vivendi beim Verkauf seiner Video-spiele den Umsatz neuerdings auf die Laufzeit des Spieles verteilen. Der Hintergrund: Bei den Spielen werden Abo-Einnahmen aus der Internet-Nutzung immer wichtiger. Diese Regel der Umsatzverteilung verringert die Buchung der Einnahmen im Einzeljahr und drückt damit das Ebita um 416 Mio. Euro. Inklusive dieser Faktoren weist Vivendi einen Rückgang des Netto-Gewinns um 3,4 Prozent aus.

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