Französische Tageszeitungen unter Druck
Le Monde verschönert sich

Frankreichs größte Tageszeitung Le Monde will mit einem neuen Erscheinungsbild den Leserschwund stoppen.

HB PARIS. Der Leser soll sich leichter im Blatt zurechtfinden können, die Seiten sollen zudem aufwändiger gestaltet sein. „Vor zehn Jahren kauften unserer Leser Le Monde jeden zweiten Tag, heute nur noch jeden dritten Tag. Diese Tendenz wollen wir umkehren“, erklärte eine Verlagssprecherin. Starttermin ist der 7. November. Den Mitbewerbern auf dem französischen Pressemarkt geht es noch schlechter. Die Tageszeitung France Soir kämpft bereits um das nackte Überleben. Anfang der Woche gab das in Handelsgericht von Bobigny dem Verlag der Zeitung, Presse Alliance, sechs Monate Zeit, neue Geldquellen aufzutreiben. Presse Alliance hatte die Zahlungsunfähigkeit erklärt, der Verlag schiebt sechs Mill. Euro Schulden vor sich her. Die Auflage ist auf nur noch 45 000 Exemplare gefallen. Eigentümer der Zeitung sind der französisch-ägyptische Geschäftsmann Raymond Lakah (70 Prozent) und die italienische Poligrafici Editoriale (30 Prozent). Unklar ist, ob die Aktionäre bereit sind, frische Mittel nachzuschießen.

In den 50er- und 60er-Jahren war France Soir die große, populäre Tageszeitung Frankreichs mit einer Auflage über einer Million, geführt von der Verlegerpersönlichkeit Pierre Lazareff. Den Wettlauf um die neuesten Nachrichten verlor France Soir jedoch gegen das Radio und die Fernseh-Konkurrenz. Nach dem Tod Lazareffs 1972 wechselte das Blatt mehrmals den Besitzer.

Frankreichs überregionale Tageszeitung stecken seit Jahren in der Krise. Rückläufige Leser- und Werbeeinnahmen machen den Titeln zu schaffen. Hinzu kommt ein Vertriebsproblem, da immer mehr Kioske schließen. Der Einzelverkauf spielt in Frankreich eine größere Rolle als bei deutschen Tageszeitungen. Wie zuvor Le Monde hat bereits der konservative Figaro sich ein neue Form gegeben und dabei auch sein Format verkleinert.

Auch Le Monde steckt in den roten Zahlen. 2004 betrug der Betriebsverlust zwölf Mill. Euro. Vergangene Woche vollendete der Verlag eine Kapitalerhöhung von 65 Mill. Euro. Jeweils 25 Mill. Euro kommen vom Lagardère-Konzern sowie der spanischen Prisa-Gruppe. Im kommenden Jahr will Verlagschef Jean-Marie Colombani mit der Tageszeitung wieder Gewinne schreiben.Das neue Layout soll dabei helfen.

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