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07.05.2008 
United Internet wehrt sich

„Freenet-Chef hat uns hinters Licht geführt“

von Jens Koenen

Der Internet-Anbieter United Internet (UI) will die Übernahme des Mobilfunkers Debitel durch den Konkurrenten Freenet blockieren. "Wir haben einen Antrag auf einstweilige Verfügung gestellt, die die Ausgabe neuer Aktien zur Finanzierung des Debitel-Kaufs unterbinden soll", sagte Ralph Dommermuth, der Vorstandsvorsitzende von United Internet, dem Handelsblatt. Der Unternehmer äußerte sich erstmals öffentlich zu seiner gescheiterten Übernahme von Freenet.

United Internet und sein Chef Ralph Dommermuth wollten Freenet zusammen mit dem Mobilfunk-Unternehmen Drillisch kaufen. Doch Freenet bremste Dommermuth aus. Foto: dpaLupe

United Internet und sein Chef Ralph Dommermuth wollten Freenet zusammen mit dem Mobilfunk-Unternehmen Drillisch kaufen. Doch Freenet bremste Dommermuth aus. Foto: dpa

Freenet übernimmt von Permira den Wettbewerber Debitel und hat Ihren Plan einer Übernahme zerstört. Haben Sie Freenet-Chef Eckhardt Spoerr unterschätzt?

Unterschätzt ist das falsche Wort. Ich habe ihn falsch eingeschätzt. Nach meinem Gespräch mit Herrn Spoerr hat mich unser Partner Drillisch gefragt, ob er es denn ernst meine. Ich antwortete: Woran soll ich das erkennen? Er hatte wenigstens mal keine lange Nase.

Wie weit waren Sie denn in Ihren Gesprächen mit Freenet-Chef Spoerr?

Es gab beiderseitige Ad-hoc-Mitteilungen über die Wiederaufnahme der Gespräche, der Freenet-Finanzvorstand hatte schriftlich zugesagt, innerhalb von drei Wochen Details zum DSL-Geschäft zu schicken, und Herr Spoerr hatte mit mir mögliche Abfindungsregelungen für den Fall seines Ausscheidens diskutiert.

Was hat Herr Spoerr Ihrer Meinung nach mit der ganzen Aktion bezweckt?

Dazu müssen Sie ihn selber fragen.

Vielleicht hat er ja ihre Offerte genutzt, um bei Debitel bessere Konditionen herauszuschlagen?

Das weiß ich nicht. Wenn es so war, dann hoffe ich, dass er seine durch unser Auftreten gestärkte Verhandlungsposition fürs Unternehmen genutzt hat und nicht für sein persönliches Package.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: "Angenehmes Telefonat mit Herrn Spoerr"

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