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07.05.2008 

Droht denn so etwas?

Das Mobilfunkgeschäft bei Freenet ist rückläufig, im letzten Jahr fiel der Umsatz um elf Prozent. Bei Debitel sieht es ähnlich aus, ohne Zukäufe wären die Umsätze gesunken. Wo liegt denn da die Phantasie? Der Kapitalmarkt hat sehr negativ reagiert.

Für wen ist die Transaktion dann überhaupt sinnvoll?

Für Permira. Sie laden ihre "lahme Ente" bei den Freenet-Aktionären ab. Permira hat Erfahrungen in der Zusammenführung von Mobilfunkfirmen, im letzten Jahr wurden Talkline und Dug erworben. Wenn es mit Freenet eine große gemeinsame Zukunft gäbe, dann hätte Permira nicht Debitel verkauft, um sich anschließend mit knapp 25 Prozent der Freenet-Aktien zu begnügen. Stattdessen hätten sie 2007 den Mobilfunkbereich von Freenet erworben und zu 100 Prozent vom kombinierten Geschäft profitiert. Dramatisch ist, dass Freenet unter diesen negativen Vorzeichen 1,2 Milliarden Euro Schulden übernimmt und mit seinem Geschäft für die Debitel-Verbindlichkeiten haftet.

Was werden Sie nun als Freenet-Aktionär tun?

Wir haben einen Einstweilige Verfügung beantragt, die die Ausgabe neuer Aktien zur Finanzierung des Debitel-Kaufs unterbinden soll. Wir wollen im Interesse aller Freenet-Aktionäre den Debitel-Deal verhindern.

Werden Sie bei der Hauptversammlung von Freenet versuchen, eine Neubesetzung des Aufsichtsrates durchzusetzen?

Die Hauptversammlung ist überfällig. Sie sollte ursprünglich am 15. Mai stattfinden, wurde aber auf unbestimmte Zeit verschoben. Wir werden darauf drängen, dass jetzt endlich zur ordentlichen Hauptversammlung eingeladen wird. Sobald der Termin absehbar ist, werden wir uns konkrete Gedanken machen. Auf alle Fälle sollte dort über die ausgefallene Dividende für 2007 gesprochen werden. Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Freenet verzögert die Hauptversammlung bis die neuen Aktien für Permira geschaffen wurden, damit ein neuer Großaktionär, der für 2007 nicht dividendenberechtigt ist, über den Ausfall der Dividende mitentscheiden kann. Die Freenet Aktionäre sind unglücklich und das wird sich bei der kommenden Hauptversammlung artikulieren.

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