Freenet-Chef leitet neue Firma
Mobilcom und Freenet fusionieren

Die beiden Telekommunikationsfirmen Mobilcom und Freenet verschmelzen zu einer Einheit. Freenet-Chef Eckhard Spoerr soll das neue Unternehmen in die Zukunft führen. Mobilcom-Chef Grenz scheidet Ende August aus dem Vorstand aus, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte.

HB FRANKFURT. Beide Firmen einigten sich auf das Bewertungsverhältnis für die Verschmelzung. Demnach erhält jeder Freenet-Aktionär 1,15 Papiere der neuen Gesellschaft, jeder Mobilcom-Aktionär eine, wie beide Firmen bekannt gaben. Der Verschmelzungsvertrag solle noch am Freitag notariell beurkundet werden. Die neue Gesellschaft werde ihren Sitz im schleswig-holsteinischen Büdelsdorf haben. Einen Namen für das fusionierte Unternehmen nannten die Partner noch nicht.

Die Mobilcom-Aktien waren am Donnerstag mit 17,62 € aus dem Handel gegangen, die der Tochter Freenet mit 20,40 €. Auf Grund dieser Notierungen hätte das Umtauschverhältnis bei 1,16 gelegen. Einschließlich der angekündigten Dividende von 0,35 € je Aktie, die Freenet im August zahlen will, hätte das Bewertungsverhältnis auf dieser Basis nach Reuters-Berechnungen bei 1,14 € gelegen. „Die geplante Zahlung einer Dividende der Freenet.de AG für das Geschäftsjahr 2004 in Höhe von 0,35 € je Aktie wird vom Abschluss des Verschmelzungsvertrags nicht beeinflusst“, hieß es in der Freenet-Mitteilung.

Die Aktien beider im Technologieindex TecDax gelisteten Unternehmen waren im Vorfeld der Mitteilung zeitweise um mehr als sechs Prozent gestiegen. Nach der Mitteilung tendierte die Mobilcom-Aktie noch mehr als fünf Prozent im Plus, während das Freenet-Papier noch mehr als vier Prozent in der Gewinnzone lag.

Vor dem Amtsantritt bei der neuen Gesellschaft übernehme Spoerr bereits ab dem 1. September neben seiner Chefposition bei Freenet auch den Vorstandsvorsitz bei der Muttergesellschaft Mobilcom. Vorangetrieben hatte die Verschmelzung allerdings Mobilcom-Chef Grenz. Grenz werde nach den Verschmelzungs-Hauptversammlungen zum 31. August aus dem Mobilcom-Vorstand ausscheiden. „Er sieht seine Aufgabe mit der von ihm initiierten Verschmelzung als erfüllt an“, erläuterte Mobilcom.

Die Aktionäre von Mobilcom und Freenet müssen der Verschmelzung auf außerordentlichen Hauptversammlungen zustimmen. Der zweitgrößte deutsche Mobilfunkdienstleister Mobilcom hält 50,4 % an dem zweitgrößten deutschen Internetanbieter Freenet. Mobilcom-Chef Grenz hatte neben strategischen auch steuerliche Gründe für die Verschmelzung angeführt. Hohe Verlustvorträge von Mobilcom können noch in diesem Jahr für Freenet genutzt werden, wenn die Fusion rechtzeitig unter Dach und Fach gebracht wird.

Die Verschmelzung hat Ähnlichkeiten mit Schritten von Deutscher Telekom oder France Telecom, die ihre Internet-Töchter in den Konzern wiedereingliedern.

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