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27.06.2008 
Drillisch und United Internet geben sich angriffslustig

Freenet-Großaktionäre wollen Vorstand stürzen

Die Freenet-Großaktionäre Drillisch und United Internet (UI) wollen auf der Hauptversammlung von Freenet im August den Vorstand und Aufsichtsrat stürzen und so einen Neuanfang herbeiführen.

Freenet-Vorstandschef Eckhard Spoerr ist unter Beschuss von Großaktionären. Foto: apLupe

Freenet-Vorstandschef Eckhard Spoerr ist unter Beschuss von Großaktionären. Foto: ap

HB DÜSSELDORF. „Wir wollen dem Vorstand das Vertrauen entziehen. Wir wollen jedes einzelne Mitglied des Freenet-Aufsichtsrats zur Abwahl stellen. Wir schlagen gleichzeitig sechs neue Mitglieder für das Kontrollgremium vor“, sagte Drillisch-Chef Paschalis Choulidis.

Entsprechende Anträge zur Tagesordnung habe MSP – die gemeinsame Holding von Drillisch und United Internet, die die Freenet-Anteile hält – bereits an das Unternehmen geschickt. Eine Sprecherin von Freenet bestätigte, dass die Tagesordnung für den 8. August entsprechend erweitert werde. Auch eine von MSP geforderte Sonderprüfung des Kaufs von Debitel werde behandelt. Bis Donnerstagabend hatte Freenet die Anträge allerdings noch nicht veröffentlicht.

Nach den Vorstellungen der beiden Großaktionäre sollen unter anderem der ehemalige E-Plus-Chef Uwe Bergheim und der Chef der United-Internet-Tochter 1&1, Andreas Gauger, in den Aufsichtsrat von Freenet einziehen. „Das sind Leute, die Ahnung vom Geschäft haben“, sagte Choulidis. „Wir wollen neue Leute.“

Das gelte auch für den Vorstandsvorsitz. „Mit der Übernahme von Debitel gibt es Kapazitäten. Oliver Steil als Chef wäre eine Möglichkeit“, ergänzte der Drillisch-Chef. Steil ist Chef des Stuttgarter Mobilfunkdienstleisters, den sein Eigentümer Permira an den norddeutschen Rivalen verkauft hat. Zugleich wird der Finanzinvestor dadurch mit 25 Prozent Großaktionär von Freenet.

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