Freenet
zieht mit dem Kauf von Debitel auf dem Mobilfunkmarkt auf Platz drei hinter T-Mobile und Vodafone
und wird nach eigenen Angaben der größte netzunabhängige Telekommunikationsanbieter in Deutschland.
Eckhard Spoerr, Vorstandsvorsitzender der Freenet AG, links, und Oliver Steil, Vorstandsvorsitzender der debitel AG. Foto: Reuters.
HB FRANKFURT. Der von Kaufinteressenten bedrängte Telekommunikationsanbieter Freenet
hat die Übernahme des Konkurrenten Debitel abgeschlossen, mit der er seine Unabhängigkeit sichern will. Der Kauf sei vollzogen, teilte Freenet
am Samstagabend mit.
Die Beteiligungsfirma Permira halte nun 24,99 Prozent der Aktien an dem verschmolzenen Unternehmen. Damit wären die Pläne der Konkurrenten United Internet
und Drillisch
durchkreuzt, Freenet
selbst zu kaufen und unter sich aufzuteilen.
Freenet
will zusammen mit der größeren Debitel zum drittgrößten Mobilfunkanbieter in Deutschland hinter der Telekom-Tochter T-Mobile und Vodafone
aufsteigen.
Von der Fusion versprechen sich die Partner mehr Einkaufsmacht gegenüber Netzbetreibern und Geräteherstellern. Debitel kauft wie Freenet
Telefonminuten bei den Netzbetreibern ein und bietet seinen Kunden dann eigene Handy-Tarife an. In diesem Geschäft sind die Margen in den vergangenen Jahren unter Druck geraten.
Freenet
bezahlt den Debitel-Verkäufer Permira nach früheren Angaben mit neuen Aktien aus einer Kapitalerhöhung - durch die der Stimmrechtsanteil der übernahmewilligen United Internet
und Drillisch
von vorher 26,3 Prozent verwässert würde. Permira wiederum steht Finanzkreisen zufolge auf der Seite des Freenet
-Managements. Der Finanzinvestor selbst wollte sich dazu nicht äußern.
United Internet
(UI) und Drillisch
wollen Vorstand und Aufsichtsrat von Freenet
stürzen und suchen dafür die Unterstützung anderer Investoren. Freenet
-Aktionär Teles hat jedoch bereits angekündigt, gegen Drillisch
und UI zu stimmen.

