Freenet-Sprecherin weist Vorwurf zurück
Aufsicht durchleuchtet Handel mit Freenet-Aktien

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) nimmt den Handel mit Aktien des Hamburger Internet-Anbieters Freenet eingehender unter die Lupe. „Wir haben ein formelles Untersuchungsverfahren eingeleitet“, bestätigt eine BaFin-Sprecherin dem Handelsblatt. Grund der Insideruntersuchung sind nach Angaben der Sprecherin Auffälligkeiten mit Aktiengeschäften im Zusammenhang mit der Veröffentlichung der Halbjahreszahlen von Freenet. Bereits seit Wochen hatte das Aufsichtsamt eine routinemäßige Prüfung vorgenommen.

HAMBURG. Gegen welche Personen sich die Untersuchung richte, wollte die BaFin-Sprecherin nicht sagen. Dies sei Gegenstand der Ermittlungen. Die Freenet AG hatte am 9. August ihre Halbjahreszahlen vorgelegt. Bereits vor der Bekanntgabe war der Aktienkurs unter Druck geraten. So sank die Notierung von Juli bis zur Veröffentlichung der Zahlen, die dann erwartungsgemäß ausfielen, um mehr als 20 Prozent.

Damals war es zu Unmut unter den Aktionären des Online-Anbieters gekommen. Anlass hierfür waren Aktienverkäufe des Freenet- Vorstandsvorsitzenden Eckhard Spoerr und des Finanzvorstands Axel Krieger wenige Wochen vor der Bekanntgabe der Zahlen. Die Anteile stammten aus der Umwandlung von Optionen. Die Verkäufe hatte institutionelle Anleger sowie Analysten erheblich verstimmt und auf dem Börsenparkett Spekulationen über die Ausnutzung von Insiderwissen ausgelöst. In einem Interview mit Dow Jones hatte der Freenet-Chef Spoerr damals die Gerüchte jedoch vehement dementiert. Der Jungmanager betonte, dass Investoren von Freenet die Aktienveräußerungen nicht auf Insiderwissen über die Halbjahreszahlen zurückführen könnten. Schließlich habe der Vorstand bereits Anfang Juli und damit vor dem Verkauf der Anteilsscheine seine Prognose bekräftigt, erklärte Spoerr damals.

Spoerr und Krieger hatten am 13. Juli Aktienoptionen gewandelt und jeweils knapp 80 000 Anteilsscheine zu einem Stückpreis von 2,97 Euro erworben. Zwischen dem 14. und 16. Juli trennten sich die Vorstände von insgesamt 93 122 Aktien zu Preise zwischen 17,50 und 19,37 Euro. Derzeit notiert das Papier bei 13 Euro.

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