Freenet-Tochter
Deutsche Telekom bekommt Zuschlag für Strato

Großer Tag für die Telekom: In Bonn sitzen die Aktionäre zusammen, um über die Fusion der beiden Sparten Mobilfunk und Festnetz zu entscheiden. Derweil ist eine zweite Frage geklärt: Die Telekom darf die Freenet-Tochter Strato übernehmen.
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HB BONN/BÜDELSDORF/WASHINGTON. Die Deutsche Telekom bekommt den Zuschlag für die Freenet-Tochter Strato. Die Aufsichtsräte beider Unternehmen hätten dem Vorhaben bereits zugestimmt, teilten Freenet und Telekom am Donnerstag mit. Der Vertrag soll noch im Laufe des Tages unterzeichnet werden. Nur die Wettbewerbsbehörden müssen dem Kauf noch zustimmen.

Strato bietet Webseiten und Lösungen für Online-Shops für Privatkunden und kleinere Unternehmen an. Die Telekom will mit der Übernahme ihr neues Deutschland-Geschäft stärken. Sie wird eigenen Angaben zufolge mit Strato zur Nummer zwei für Webhosting-Produkte in Deutschland. „Mit diesem Schritt stärken wir unsere Position im sehr interessanten Wachstumsmarkt für Hosting-Lösungen“, sagte Telekom-Deutschlandchef Niek Jan van Damme. Strato werde vom ersten Tag der Konsolidierung positive Beiträge für Konzernüberschuss und Free Cashflow liefern.

Die Titel der Telekom legten am Vormittag zischenzeitlich um 0,57 Prozent zu. Die Aktien von Freenet stiegen im schwächeren Gesamtmarkt knapp ein Prozent auf 9,80 Euro. Der Bonner Konzern zahlt 275 Millionen Euro für den Webhosting-Anbieter – etwas weniger als am Markt erwartet. Allerdings werde Freenet die gesamte Kundenvorauszahlung für das kommende Jahr in Höhe von 22 Millionen Euro einbehalten können, sagte Freenet-Chef Christoph Vilanek.

Vilanek kommt seinem Ziel, die Entschuldung seines Unternehmens voranzutreiben, mit dem Verkauf noch näher: „Wir starten in 2010 mit einer Verschuldung von unter 800 Millionen Euro“, sagte Vilanek. Das sei ein „absolut gesundes Niveau“. Ende September hatten sich die Nettoverbindlichkeiten von Freenet noch auf 1,16 Milliarden Euro belaufen. Der Mobilfunker hatte den Schuldenberg bei der Übernahme des Konkurrenten Debitel im vergangenen Jahr angehäuft.

„Die Telekom ist ein Superpartner für Strato“, betonte Vilanek weiter. Sowohl der Standort in Berlin als auch die 400 Mitarbeiter würden übernommen. Vilanek rechnet mit einem endgültigen Abschluss des Verkaufs bis Ende des Jahres.

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