Freenet will Mobilfunkanbieter übernehmen
Machtfrage verzögert Debitel-Deal

Die Übernahme-Verhandlungen zwischen dem Mobilfunk- und Internetanbieter Freenet und dem Debitel-Eigentümer Permira sind nach Informationen des Handelsblatts in eine schwierige Phase geraten zu sein. Vor allem in einem Punkt sind sich beide Parteien alles andere als einig.

FRANKFURT. In einer internen E-Mail von Debitel -Chef Oliver Steil an die Mitarbeiter dominieren vorsichtige Töne. "Ziel ist es natürlich, schnellstmöglich zu einem Ergebnis zu kommen. Das kann aber leicht noch den ganzen April dauern", heißt es in dem Schreiben, das dem Handelsblatt vorliegt.

"Die Gespräche werden fortgeführt. Ein Abschluss ist weiter das, was wir wollen. Wir sind optimistisch, dass wir dieses Ziel erreichen werden", sagte ein Sprecher von Debitel auf Anfrage. Ähnlich äußerte sich Freenet: "Es sind gute Gespräche, aber wir haben immer gesagt, dass es auch noch kippen kann", sagte eine Sprecherin.

Freenet hatte Ende März in einer Pflichtmitteilung für die Börse er-klärt, den Mobilfunker Debitel erwerben zu wollen. Die Gespräche mit dem Eigentümer, dem Finanzinvestor Permira, seien weit fortgeschritten. Man müsse nur noch Einigung in wenigen Punkten finden, hieß es damals. Der Plan: Freenet übernimmt Debitel inklusive der Schulden. Im Gegenzug werden die Debitel -Aktionäre, also vor allem Permira, mit 24,9 Prozent an der neuen Gesellschaft beteiligt.

Nach Handelsblatt-Informationen ist unter anderem die Frage der Führung der fusionierten Gesellschaft noch ungeklärt. Debitel -Chef Steil beanspruche die Führung der Mobilfunksparte. Das macht er auch in der internen Mail deutlich. "Wir haben allen am Markt gezeigt, wie erfolgreich wir sowohl mit der aktuellen Struktur der Gruppe als auch mit unserem Geschäftsmodell sind. Deswegen ist unser Ziel, dass wir in dem neuen Konstrukt mit Freenet die Führungsrolle im Mobilfunkgeschäft übernehmen", schreibt Steil.

Das Problem dabei: Nach dem von Freenet -Chef Eckhard Spoerr angestrengten Verkauf der DSL-Sparte wäre der Mobilfunk mehr oder weniger das einzige operative Geschäft des fusionierten Unternehmens. Spoerr hätte also kaum noch operative Verantwortung, früher oder später würde sein Amt in Frage gestellt werden. "Es gibt zwar keinen Führungsstreit bei den Verhandlungen, aber es treffen zwei führungsstarke Manager aufeinander", heißt es in Verhandlungskreisen.

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