Freistaat trennt sich von Aktienpaket
Thüringen will Jenoptik loswerden

Der Freistaat Thüringen will seinen Jenoptik-Anteil verkaufen. Damit verliert der größte ostdeutsche Technologiekonzern seinen einzigen Großaktionär.

HB BERLIN. „Der Freistaat Thüringen hat heute bekannt gegeben, dass er beabsichtigt, sein 14,8-prozentiges Aktienpaket an der Jenoptik AG zu verkaufen“, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Über den Zeitpunkt und die Form des Verkaufs von insgesamt 7,7 Millionen Aktien sei noch keine Entscheidung gefällt worden. Das Aktienpaket hat einen Wert von rund 60 Millionen Millionen Euro.

„Die Jenoptik AG hat sich positiv entwickelt, und der Freistaat ist vom Potenzial der Gesellschaft überzeugt“, sagte Finanzministerin Birgit Diezel (CDU) am Dienstag. Jetzt komme „ordnungspolitischen Aspekten“ eine stärkere Bedeutung zu. Daher sei eine Veräußerung der Landesanteile in voller Höhe nunmehr geboten.

Von der Gründung 1991 bis zum Börsengang 1998 war Thüringen alleiniger Anteilseigner des Technologiekonzerns. Nach der Aktienplatzierung an der Frankfurter Börse reduzierte der Freistaat seinen Anteil schrittweise von 18,92 auf 14,8 Prozent. Mit der beabsichtigten Veräußerung setzt der Freisstaat seine Privatisierungsstrategie fort. 80 Prozent der Anteile sind in Streubesitz.

Der Jenoptik-Konzern mit mehr als 9000 Beschäftigten rechnet in diesem Jahr mit einem Umsatz von 1,9 bis 2,1 Milliarden Euro und einem Betriebsergebnis von 60 bis 70 Millionen Euro.

Jenoptik will sich künftig auf sein kleineres Optik-Geschäft konzentrieren. Die Aktionäre hatten im Juni grünes Licht für die Trennung vom bisher dominierenden Geschäftsbereich gegeben, dem Bau von Elektronikfabriken sowie der Erbringung von Gebäudedienstleistungen. Der Bereich soll in diesem Jahr mit 1,5 bis 1,7 Milliarden Euro Umsatz den Löwenanteil im Konzern erwirtschaften.

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