FTC-Prozess
Staranwältin will Google das Fürchten lehren

Mit einem Software-Kniff sicherte sich Google die Daten von Nutzern des Apple-Browsers Safari. Nun steht dem Konzern ein großer Wirtschaftsprozess ins Haus - mit einer harten Gegnerin.
  • 2

WashingtonSeit langem schon gilt sie als amerikanische Staranwältin - doch jetzt wartet möglicherweise einer der spektakulärsten Wirtschaftsprozesse auf sie: Beth Wilkinson soll im Auftrag der Federal Trade Commission (FTC), einer amerikanischen Kartellbehörde, prüfen, wie aussichtsreich ein Prozess gegen den Netzgiganten Google wäre.

Sollte es zu einem Verfahren gegen das US-Unternehmen kommen, ginge es um viel Geld und vielleicht um noch mehr Prestige. Wilkinson soll den Nachweis führen, dass Google seine Suchmaschine dazu nutzt, eigene Anzeigen im Internet besser zu platzieren als jene der Konkurrenz. Ein Vorwurf, der sich schon seit längerem hält.

Wilkinson ist der weibliche Teil eines der zahlreichen sogenannten Washingtoner „Power-Paare“. Denn verheiratet ist die Juristin mit dem prominenten Fernsehjournalisten David Gregory, der die sonntägliche Talkshow „Meet The Press“ moderiert. Sie ist das politische Flaggschiff des US-Fernsehsenders NBC.

Die dunkelhaarige Beth Wilkinson ist durch den Prozess gegen den Terroristen Timothy McVeigh bekannt geworden. McVeigh hatte gemeinsam mit Komplizen 1995 in Oklahoma City einen Bombenanschlag verübt, bei dem insgesamt 168 Menschen starben. Wilkinson forderte damals die Todesstrafe für den Attentäter. Im Juni 2001 wurde McVeigh per Giftspritze hingerichtet.

Zwar brachten Wilkinson solche Strafprozesse große Bekanntheit ein. Doch mindestens genauso erfahren ist die Absolventin der Universität in Princeton im Fach Wirtschaftskriminalität. Auf diesem Gebiet hatte sie über Jahre bei der Kanzlei Latham & Watkins zu tun, wie auch bei ihrem aktuellen Arbeitgeber, der New Yorker Sozietät Paul, Weiss, Rifkind, Wharton & Garrison. Für sie arbeitet Wilkinson derzeit im Washingtoner Büro.

An Google sendet die FTC-Personalie ein eindeutiges Signal. „Du engagierst nicht jemanden wie Beth Wilkinson, wenn es dir mit einem Prozess nicht ernst ist“, hieß es nach Bekanntwerden des neuen Mandats der US-Starjuristin in amerikanischen Anwaltskreisen. Denn „Beth will vor allem eines: gewinnen“.

Markus Ziener ist Korrespondent in Washington.
Markus Ziener
Handelsblatt / Korrespondent

Kommentare zu " FTC-Prozess: Staranwältin will Google das Fürchten lehren"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Ganz einfach wenn ich was über google suche gehe ich davon aus das Billigste und Beste zufinden und nicht wo google den grössten Reibach macht und mir auf die erste Seite als Schnäppchen setzt.

  • "Wilkinson soll den Nachweis führen, dass Google seine Suchmaschine dazu nutzt, eigene Anzeigen im Internet besser zu platzieren als jene der Konkurrenz."

    Ich versteh nur nicht was daran bitte verwerflich sein soll.
    Wieso sollte Google die Daten seiner Suchmaschine nicht nutzen dürfen???

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%