Führungswechsel bei Pro Sieben Sat 1 – Neuer Konzernchef de Posch soll Umbau weiter vorantreiben
Saban zeigt Interesse an Premiere

Haim Saban, Mehrheitsaktionär bei Pro Sieben Sat 1, schließt einen Einstieg beim ezahlfernsehsender Premiere nicht aus. „Wir untersuchen jede gute Gelegenheit“, sagte der Amerikaner am Dienstag in der Konzernzentrale in Unterföhring bei München.

cbu/hps MÜNCHEN/DÜSSELDORF. Synergien mit Premiere könne er sich grundsätzlich vorstellen. Aber in jedem Falle müsste der Preis stimmen. Er würde nichts Unvernünftiges tun.

Schon seit längerem gibt es Spekulationen, Saban könnte bei Premiere einsteigen. Anfang des Monats hat es laut Branchenkreisen bereits erste Kontakte gegeben. Der Premiere-Mehrheitsgesellschafter, die Risikokapitalfirma Permira, hatte damals jedoch mitgeteilt, Premiere stehe nicht zum Verkauf. Der Börsengang sei weiter die bevorzugte Option. Permira selbst hatte im vergangenen Jahr auch einen Einstieg bei Pro Sieben Sat 1 geprüft.

Der Wechsel an der Spitze bei Pro Sieben Sat 1 könnte bei den Gesprächen aber für neuen Schub sorgen. Wie Saban gestern mitteilte, wird der Belgier Guillaume de Posch Urs Rohner am 1. Mai ablösen. Rohner galt bisher als ein Gegner eines Engagement im Pay-TV. De Posch war dagegen bis zum vergangenen Jahr Programmchef beim französischen Bezahlsender TPS.

„Vermutlich gab es einen Streit zwischen Gesellschafter und Vorstand um die richtige Strategie mit dem Bezahlfernsehen“, sagte Medienanalyst Harald Heider. Bereits Leo Kirch glaubte an eine Verknüpfung des Free- und Pay-TV. Nach der Insolvenz der Kirch-Gruppe wurden beide Konzernteile an unterschiedliche Investoren verkauft.

Der neue Konzernchef muss gleichzeitig den TV-Konzern stärker auf Gewinnkurs bringen. In ein bis zwei Jahren seien die Sender auf Kurs, sagte er gestern. Der Führungswechsel soll laut Saban ruhig und freundlich erfolgen.

„De Posch ist ein harter Sanierer“, sagt Medienanalyst Florian Leinauer vom Investmenthaus Helaba Trust. Aktionäre und Analysten erwarten von de Posch einen klaren Kurs zur Steigerung der Rendite. Ähnlich wie sein Konkurrent, die zum Bertelsmann-Konzern gehörende Sendergruppe RTL, leidet Pro Sieben Sat 1 unter der schlechten Werbekonjunktur. Branchengerüchten, der Sender könne sich unter der Leitung von de Posch vom defizitären Nachrichtenkanal N24 trennen, trat Senderchef Torsten Rossmann aber vehement entgegen: „Das ist vollkommener Unsinn.“



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