Fünf Fragen an: S. Janakiraman
„Ein Chipwerk in Indien lohnt sich“

S. Janakiraman ist Chairman der Indian Semiconductor Association (ISA). Im Gespräch mit dem Handelsblatt erklärt er, welche Chancen sich Indien auf den Halbleitermarkt ausrechnet, warum sein Land erst jetzt Fabriken bauen möchte und welche Vorzüge der Subkontinent als Standort zu bieten hat.

Herr Janakiraman, weltweit kämpfen mehr als ein Dutzend Staaten um neue Halbleiterwerke. Jetzt tritt auch noch Indien an. Welche Chancen rechnen Sie sich als Newcomer aus?

Indien ist ein riesiger Markt für die Elektronikindustrie. Denken Sie nur an die Millionen von Chips, die wir für Handys und für Bankkarten brauchen, von Fernsehern und Computern gar nicht zu reden. Deshalb würde sich eine Halbleiterfabrik alleine schon für den lokalen Markt lohnen.

Es wird schon lange über ein Chipwerk in Indien diskutiert, passiert ist bis heute nichts. Warum?

Es stimmt, wir reden seit Jahren darüber. Noch nie war Indien dem Ziel aber so nah. Wir haben jetzt eine Förderpolitik, mit der wir uns sehen lassen können. Die Politiker haben erkannt, dass eine Fabrik wichtig ist.

Warum ging bisher nichts voran?

Wir sind traditionell stark in der Software. Dort haben sich in der Vergangenheit gute Geschäfte machen lassen - und auch heute boomt der Bereich noch. Hardware spielt in Indien kaum eine Rolle. Das gilt auch für die Chipindustrie. Die großen Konzerne der Branche sind alle hier, aber hauptsächlich, um Software zu entwickeln.

Indiens Rivale China hat Milliarden in die Chipbranche investiert, die Konzerne haben Erfahrung mit Werken dort. Warum sollten sich die Anbieter jetzt auf das Wagnis Indien einlassen?

Allein schon aus geopolitischen Erwägungen sollten sich die Konzerne die Frage stellen, ob sie wirklich so stark auf die Karte China setzen sollten. Dazu kommt, dass Indien als größte Demokratie der Welt die Entscheidungen vielleicht etwas langsamer trifft. Dafür geht das Ergebnis dann aber in die richtige Richtung. Im Gegensatz zum chinesischen Ansatz ist für uns zum Beispiel völlig klar, dass Produktion nur umweltfreundlich angesiedelt werden kann.

Weltweit fließen Milliarden an Subventionen für neue Chipwerke. Was bietet Indien?

Die Regierung übernimmt bis zu einem Viertel der Investitionen. Dazu gibt es noch Unterstützung durch die Bundesstaaten. Wir sind aber überzeugt, dass die Staatshilfe gar nicht so wichtig ist. Entscheidend ist, dass die Halbleiterhersteller die Möglichkeiten erkennen, die sie hier haben. Dabei rede ich nicht nur vom riesigen Heimatmarkt mit mehr als einer Milliarde Menschen, sondern auch vom Export in andere Staaten in der Umgebung wie Malaysia oder Thailand.

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