Fünf Jahre rote Zahlen
Panasonic trennt sich von Plasma-Fernsehern

Panasonic war der letzte japanische Hersteller, der noch Plasma-Fernseher produziert hat – jetzt verabschiedet sich auch der Elektronikreise aus dem Geschäft. Auch aus anderen Bereichen zieht sich der Konzern zurück.
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TokioDer japanische Elektronikriese Panasonic treibt seine Umstrukturierung voran. Nach Informationen der japanischen Wirtschaftszeitung „Nikkei“ stellt der Konzern die Produktion von Plasma-Fernsehern zum Ende des noch bis 31. März 2014 laufenden Geschäftsjahres vollständig ein.

Damit ist Panasonic der letzte der einst in diesem Sektor führenden japanischen Hersteller, der sich aus dem Plasma-Geschäft zurückzieht. Plasma-Fernseher kommen gegen die LCD-Konkurrenz nicht mehr an. Deren Marktanteil an den globalen Auslieferungen fiel 2012 auf sechs Prozent.

Panasonics TV-Sparte, die sowohl Plasma als auch LCD-Bildschirme herstellt, war in den vergangenen beiden Finanzjahren einer der Hauptgründe, warum der japanische Konzern in dieser Zeit einen Nettoverlust von 15 Milliarden Dollar anhäufte: Seit fünf Jahren schrieb das Unternehmen hier rote Zahlen.

Die ehemals sehr starke japanische Fernsehhersteller-Branche befindet sich seit längerem auf einer beispiellosen Talfahrt. Der Marktanteil der großen drei Sony, Panasonic und Sharp lag zuletzt gemessen am Umsatz nur noch bei 20 Prozent.

Erst kürzlich hatte der Konzern den Verkauf seiner Gesundheitssparte an einen US-Investor bekanntgegeben. Zudem zieht sich Panasonic aus der Entwicklung von Smartphones für Privatkunden zurück. Jetzt soll der Konzernumbau weiter beschleunigt werden.

Nachdem bereits die Entwicklung neuer Plasma-Fernseher eingestellt ist, wolle Panasonic die Produktion nun ein Jahr früher als ursprünglich geplant beenden, berichtete „Nikkei“ weiter. Im vergangenen Jahr hatte Panasonic demnach einen Weltmarktanteil bei Plasma-TVs von 16,5 Prozent und lag damit weit abgeschlagen hinter dem südkoreanischen Rivalen Samsung, der 51,9 Prozent kontrollierte.

Panasonic betreibt eine Plasma-TV-Fabrik im Westen Japans. Die Schließung des letzten verbliebenen Werkes wird den Konzern rund 410 Millionen Dollar kosten. Zu Beginn des laufenden Finanzjahres hatte das Unternehmen 1,2 Milliarden Dollar für Restrukturierungen zurückgelegt. Die Panasonic-Aktie legte 1,5 Prozent zu.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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