Für 1,2 Milliarden Dollar
Microsoft kauft Firmen-Facebook Yammer

Social Media wird für Unternehmen immer wichtiger - auch bei der internen Kommunikation. Mit dem Kauf der Social-Media-Plattform Yammer bläst Microsoft in diesem Bereich zum Angriff auf die Konkurrenz.
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San FranciscoDer Kampf um Social Media in Unternehmen nimmt Fahrt auf. Microsoft übernimmt die Social Media-Plattform Yammer aus San Francisco und integriert sie in seine Geschäftskunden-Sparte. Yammer ist so etwas wie ein Facebook für Firmen und ermöglicht Mitarbeitern einer Firma in Echtzeit miteinander zu kommunizieren, Dokumente zu teilen, Gruppen zu gründen oder Arbeiten zu koordinieren.

Der Zugriff ist über PCs oder mobile Endgeräte wie Blackberry, iPhone oder Windows Phone möglich. Nach eigenen Angaben nutzen Yammer derzeit rund 200.000 große und kleine Unternehmen weltweit, darunter Royal Dutch Shell und DHL. Yammer galt als Börsenkandidat für 2013, über die Übernahme wurde seit Tagen im Internet spekuliert. Angeblich hatte Microsoft die Bekanntgabe hinaus gezögert, um eine Überschneidung mit der Vorstellung des neuen Tablett-PCs Surface am vergangenen Montag zu vermeiden.

Wie Kurt DelBene, Präsident der Microsoft Office Division, im Firmenblog mitteilte, wird Yammer mit der dokumentenzentrierten Online-Lösung Sharepoint und der Online-Büro-Anwendung Office 365 zusammengeführt. Im Oktober 2011 hatte Microsoft bereits den Web-Telefon- und Chat-Dienstleister Skype für rund 8,5 Milliarden Dollar gekauft.

Forrester-Analyst Rob Koplowitz: „Microsoft spielt seine Karten geschickt aus. Die Yammer-Akquisition beschneidet effektiv die Möglichkeiten der Wettbewerber, Microsofts marktbeherrschende Position im Bereich Kollaboration zu untergraben und positioniert den Konzern gleichzeitig selbst als potenziellen Marktführer im Bereich Unternehmens-Social-Media.“

Die direkte und effektive Kommunikation via Social Media in Unternehmensnetzen statt ewiger E-Mail-Stafetten mit und ohne Dokumenten-Anhang gewinnt rasch an Bedeutung. Start-Ups wie Box.net, Jive oder Basecamp buhlen um die Firmenkunden, die großen Platzhirsche wie Microsoft, Oracle und SAP versuchen noch aufzuholen.

Der IT-Konzern Cytrix, spezialisiert auf die Virtualisierung von PCs, hat erst im April das dänische Start-Up Podio übernommen. Mit Podio lassen sich für jedes Projekt eines Unternehmens individuelle Arbeits- und Kommunikationsumgebungen im Firmennetz anlegen. Cytrix kontert damit einen Vorstoß des Konkurrenten VMWare, der mit seiner Plattform Socialcast Unternehmen bis 50 Mitarbeitern sogar einen kostenlosen Kommunikations-Dienst zur Verfügung stellt.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
Handelsblatt / Korrespondent

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