Für 120 Millionen Dollar weniger
Infineon verkauft Glasfaserkomponenten-Sparte billiger

Der Chipkonzern Infineon verkauft sein Glasfaserkomponenten-Geschäft erheblich billiger an den US-Konzern Finisar als zunächst geplant.

HB MÜNCHEN. Infineon werde für den Verkauf der Sparte nun etwa 110 Millionen Finisar-Aktien erhalten, teilte das Unternehmen am Montag in München mit. Ursprünglich sollte Infineon rund 135 Millionen Aktien erhalten. Gemessen am Schlusskurs vom Freitag bedeutet dies eine Kaufsumme von rund 141 Millionen Dollar statt ursprünglich vorgesehener 263 Millionen Dollar. Eine Infineon-Sprecherin begründete die Änderung mit dem schlechter als erwarteten Geschäftsverlauf der Glasfaserkomponenten-Sparte in den vergangenen sechs Monaten. Infineon sagte zudem zu, sich an der Restrukturierung der Sparte auch nach dem Verkauf finanziell zu beteiligen.

„Anlass für die Überarbeitung der Vertragsbedingungen war die geschäftliche Entwicklung des Geschäftsbereichs Fiber Optics in den vergangenen sechs Monaten“, erklärte Infineon. Nach Abschluss der Transaktion, die nun im vierten Quartal des Jahres beendet sein soll, ist Infineon dann mit 33 Prozent an Finisar beteiligt. In der im April bekannt gegeben ursprünglichen Vereinbarung war eine Beteiligung von 38 Prozent vorgesehen. Nach Angaben aus Industriekreisen dürfte für Infineon trotz des deutlich gesenkten Preises ein Buchgewinn aus dem Verkauf entstehen, der Buchwert würde also unter dem rechnerischen Verkaufspreis liegen. Die Infineon-Sprecherin gab dazu keine Stellungnahme ab. Im Mai hatte Infineon-Vorstand Peter Bauer erklärt, bei einem Verkauf für eine Summe von 263 Millionen Dollar rechne Infineon mit einem Buchgewinn in zweistelliger Millionen-Euro-Höhe.

Der zu verkaufende Bereich beschäftigt in Entwicklung, Produktion und betroffenen Teilen des Marketings rund 1200 Mitarbeiter und fertigt Glasfaserkomponenten für die Daten- und Telekommunikationsbranche, für Glasfaseranschlüsse in Haushalten sowie für optische Netzwerke in Kraftfahrzeugen. Nach den ursprünglichen Plänen ist vorgesehen, dass Infineon weiter strategischer Zulieferer für das zusammengefasste Unternehmen bleibt. Nach früheren Angaben entsteht durch den Verkauf das größte, ausschließlich auf optische Komponenten spezialisierte Unternehmen der Welt.

Auch die Infineon-Sprecherin sprach von einer eher strategischen Partnerschaft mit Finisar. Von den Finisar-Aktien kann Infineon 40 Millionen Stück im Quartal nach dem Vollzug der Transaktion verkaufen. Danach ist der Verkauf von maximal 15 Millionen Stück pro Quartal möglich. Einen Plan dafür gibt es nach Angaben von Infineon aber nicht.

An der Börse gab der Kurs der Infineon-Aktie bis zum Nachmittag um 1,3 Prozent auf 8,46 Euro nach. Das Börsenbarometer Dax tendierte um 0,1 Prozent höher als zum Vortagesschluss.

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