Für 2008 peilt Jajah den Börsengang an
Telekom steigt bei Skype-Konkurrenz ein

Die Telekom nimmt den Kampf mit Skype auf. Nach dem Chipriesen Intel hat jetzt der T-Online Venture Fund einen Anteil am kalifornischen Internet-Telefondienst Jajah übernommen. Das bestätigte ein Jajah-Sprecher am Montag auf Anfrage des Handelsblatts. Jajah gilt als schärfster Konkurrent von Skype, funktioniert allerdings etwas anders.

DÜSSELDORF. Auch für Jajah, bislang finanziert durch den Venture-Capital-Spezialisten Sequoia aus dem Silicon Valley (Apple, Google), ist die Beteiligungsrunde ein wichtiger Schritt. Zum ersten Mal steigt ein klassischer Telefonanbieter bei einem Web-Telefondienstleister ein. Der Anteil der Telekom liege „unter fünf Prozent“, so der Sprecher auf Anfrage gegenüber dem Handelsblatt. Zum Kaufpreis wollte er sich nicht äußern. Der Anteilskauf findet aber im Rahmen einer 20 Mill. Dollar Finanzierungsrunde vor einem geplanten Börsengang statt.

Jajah ist eine Art Web-aktiviertes Telefongespräch. Der Nutzer gibt per Webseite oder Smartphone seine und die Telefonnummer des Gesprächspartners ein, der Jajah-Computer baut dann, quasi wie eine Spinne im Netz, zu beiden Seiten eine Verbindung auf. Als Kosten fallen dann lediglich zwei Gespräche im Ortsnetz an. Der Rest des Weges wird über das Internet geleitet. Für ein Gespräch Frankfurt-Tokio also Ortstarif in Frankfurt und in Tokio. Zusammen kommt das Jajah immer noch erheblich billiger als ein normales Ferngespräch. Besonders, wenn Mobiltelefonteilnehmer international angerufen werden. Dann wird das sogenannte „Roaming“ komplett übergangen. Zur Nutzung von Jajah sind weder spezielle Geräte, Adapter noch Software nötig, nicht einmal ein Breitbandanschluss. Das Gespräch wird schließlich mit dem Festnetz- oder Mobiltelefon geführt.

Speziell das macht die Jajah-Technologie offenbar so attraktiv für die Telekom. Der Telefonkunde behält seinen Festnetzanschluss und telefoniert trotzdem auf der alten Kupferleitung günstig per Internet. Der Trend zum sogenannten „VoiP“, Voice over IP, ist ungebrochen. Nach Erhebungen von In-stat nutzten in den USA im 4. Quartal 2006 bereits 10,6 Mill. Haushalte Internet-Telefonie. Wachstumsmotor waren dabei die TV-Kabelanbieter, die den Telekom-Unternehmen die Kunden anjagen.

Die Jajah-Lösung könnte sogar unsichtbar in den Endgeräten integriert werden. Die Telekom profitiert auch auf der Ertragsseite: sie spart die Durchleitungsgebühren ausländischer Telefonkonzerne. Viel anders machen es diverse Call-by-Call- und Billig-Anbieter, die der Telekom das Geschäft streitig machen, auch nicht. Die Telekom verliert derzeit hunderttausende Festnetzkunden pro Quartal an die Konkurrenz.

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