Für BBC Worldwide interessieren sich drei Konzerne
BBC denkt über Verkauf einer Sparte nach

Der neue Chairman lässt seinen Worten Taten folgen: Die British Broadcasting Corporation (BBC) diskutiert offenbar mit mehreren Medienunternehmen über den Verkauf ihrer kommerziellen Sparte BBC Worldwide.

fs LONDON. Die BBC selbst kommentierte entsprechende Medienberichte sehr zurückhaltend. Die Gespräche seien lediglich Teil einer kaufmännischen Überprüfung, die der neue Chairman Michael Grade bereits im Juni angekündigt habe, sagte ein Sprecher der Rundfunkanstalt gestern. Allerdings sei von einer „Beibehaltung des Status Quo bis zum Verkauf und allen Möglichkeiten dazwischen alles möglich“.

Wie es heißt, hat der britische Rundfunksender Walt Disney, Time Warner und Bertelsmann angesprochen. Weiter heißt es, es habe aus Gütersloh ein eher kühles Echo gegeben. Die Amerikaner scheinen jedoch interessiert zu sein. Alle Gespräche befinden sich offenbar noch in einem Anfangsstadium.

Der Wert der Sparte wird zwischen ein und zwei Mrd. Pfund (1,5 bis drei Mrd. Euro) geschätzt. Im Geschäftsjahr 2003/04 hat BBC Worldwide einen Cash Flow von 141 Mill. Pfund generiert. Der Umsatz lag bei 657 Mill. Pfund, der Gewinn bei rund 37 Mill. Pfund. Derzeit arbeiten rund 2 200 Mitarbeiter in diesem Bereich des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.

BBC Worldwide enthält in seinem Portfolio BBC America, einen Anteil am britischen Kanal UKTV, Dutzende Magazine und die amerikanische Verkaufs-Sparte des Senders. Es besitzt zudem Rechte an Sendungen wie „The Office“ für die USA.

Die BBC denkt offenbar über einen Verkauf als Konsequenz aus einer internen Untersuchung und einem Vorgriff auf die nächste so genannte Charter, die Richtlinien für Auftrag und Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in den kommenden Jahren, nach. Die interne Untersuchung wurde von Chairman Michael Grade in Auftrag gegeben, nachdem die Kelly-Affäre um den Selbstmord eines Wissenschaftlers und der Hutton-Untersuchungsbericht über Fehler der BBC-Berichterstattung im Irak- Krieg die Spitzenmanager Greg Dyke und Gavyn Davies aus dem Amt katapultiert hatten. Darüber hinaus wird die britische Regierung 2006 in der Charter neue Richtlinien für die kommenden Jahren vorstellen.

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