Für das Jahr 2004
Infineon erwägt erstmals eine Dividende

Der Münchener Chiphersteller Infineon überdenkt nach den Worten von Vorstandschef Ulrich Schumacher seine Dividendenpolitik. Infineon erwäge erstmals für das Jahr 2004 die Zahlung einer Dividende, sagte Schumacher in einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“.

Reuters FRANKFURT. Beim Börsengang im Jahr 2000 hatte das Unternehmen eine Ausschüttung ausgeschlossen. „Doch nun denken wir über unsere künftige Dividendenpolitik nach. In der Branche hat sich einiges geändert“, sagte Schumacher. In diesem Fiskaljahr sei eine Dividende jedoch noch kein Thema.

In der Branche stelle er „eindeutig positive Trends“ fest, fügte der Infineon-Chef hinzu. Auch wenn es für eine endgültige Entwarnung noch zu früh sei. Die Zahlen zeigten es, die Kunden sagten es, das Umfeld und die Analysten bestätigten es. Die Speicherpreise stiegen seit einigen Wochen kontinuierlich, parallel sänken die Kosten von Infineon.

Im dritten Quartal hatte der weltweit sechstgrößte Chiphersteller seinen Verlust kräftig reduziert und die Erwartungen von Branchenexperten übertroffen. Als Gründe hatte Infineon Kostensenkungen und eine höhere Produktivität genannt. Infineon verbuchte im Zeitraum April bis Juni wie erwartet nochmals einen Verlust vor Steuern und Zinsen (Ebit) von 115 (Vorquartal 223) Mill. €. Der Nettoverlust reduzierte sich auf 116 (328) Mill. €. Der Quartalsumsatz sank im Konzern leicht auf 1,47 (1,48) Mrd. €. Infineon hat neun Quartalsverluste in Folge verbucht.

Schumacher sagte dem Blatt, dass Analystenschätzungen, die von einem Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) von 337 Mill. € für 2004 ausgingen, realistisch seien. „Es ist nicht unerreichbar“, sagte der Infineon-Chef.

Analysten prognostizieren durchschnittlich für 2004 ein Ebit von rund 475 Mill. € verglichen mit einer Verlustschätzung für 2003 von 336,6 Mill. €. Den Nettogewinn sehen die Experten 2004 bei 329,55 Mill. €.

Die Infineon-Aktie hat in diesem Jahr bereits 66 % zugelegt. Am Freitag war sie bei 11,50 € aus dem Handel gegangen, dem höchsten Schlussstand seit fast einem Jahr. Die Aktie besitze Potenzial - relativ zum Markt, sagte Schumacher. Wenn sich die Welt normalisiere, sei der Einstandspreis von rund 35 € allemal erreichbar. „Natürlich nicht unbedingt in sechs bis neun Monaten. Man muss die Nerven haben, den Weg nach oben zu gehen."

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