Für junge Erwachsene
Sony startet Anime-Sender in Deutschland

Mit einem Angebot für Jugendliche und Erwachsene bis 30 Jahren möchte der Unterhaltungsgigant Sony in der deutschen Fernsehbranche Fuß fassen. „Animax“ soll der Sender heißen und gezeigt werden ausschließlich Animationsfilme. Das Projekt ist nicht der erste Versuch dieser Art von Sony.

MÜNCHEN. Der japanische Unterhaltungs- und Elektronikkonzern Sony gründet in Deutschland einen Anime-Kanal. Der neue Sender mit dem Namen Animax, der ausschließlich japanische Zeichentrickfilme senden wird, geht bereits Anfang Juni an den Start. „Es ist kein Kinderkanal“, sagte Sony-TV-Deutschlandchef Robert Niemann dem Handelsblatt. Der Sender, der ursprünglich 1998 in Japan gegründet wurde, richtet sich an junge Erwachsene zwischen 14 und 29 Jahren.

Animax wird in Deutschland zum Sendestart nur in den Kabelnetzen von Unity Media (Ish, Iesy) zu sehen sein. Niemann verhandelt derzeit mit weiteren Kabelkonzernen. „Wir sind zuversichtlich, noch in diesem Jahr zu Ergebnissen zu kommen“, sagt der 40-Jährige. Nach Branchenangaben investiert Sony für den neuen Sender eine einstellige Millionen-Euro-Summe. Neu ist die Idee eines Anime-Kanals nicht. Bereits vor fünf Jahren wollte der damalige RTL- 2-Chef Josef Andorfer einen Kanal mit japanischen Animationsfilmen ins Leben rufen.

Sony spielt bisher auf dem deutschen TV-Markt nur eine Nebenrolle. Im November 2004 startet der Konzern, der in Hollywood über ein eigenes Filmstudio („Spiderman“) verfügt, den Actionkanal AXN. Allerdings schreibt der Sender noch rote Zahlen, berichten Branchenkenner.

Der Start eines Anime-Kanals ist Teil einer Expansionsstrategie Sonys nach Europa. Konzerninsider berichten, dass noch in diesem Jahr Animax auch in anderen europäischen Ländern starten soll. Im Gespräch seien Italien, Spanien und Frankreich.

Sony verspricht sich davon eine bessere Stellung im internationalen Fernsehgeschäft. Andere Konzerne verfügen über deutlich mehr Kanäle in Deutschland. Beispielsweise ist Disney am Kindersender Super RTL und den „Big-Brother“-Sender RTL 2 beteiligt und betreibt eine Reihe von kleinen Bezahlsendern. Dem Medienriese Viacom gehören die Musiksender MTV und Viva sowie der Kindersender Nick. Der weltgrößte Medienkonzern Time Warner betreibt den Nachrichtensender CNN und eine Reihe kleinerer Bezahlkanäle.

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