„Für uns gilt das, was politisch gewollt ist"
Leiter der Dudenredaktion: Viele Fragen bleiben offen

Der Leiter der Dudenredaktion, Matthias Wermke, hat mit Zurückhaltung auf den Kurswechsel der Verlage Springer und Spiegel bei der Rechtschreibung reagiert. Seiner Ansicht nach bleiben mehr Fragen offen, als dass sie geklärt würden.

HB MANNHEIM. „Das, was bis jetzt angeboten worden ist, lässt für mich persönlich mehr Fragen offen als beantwortet werden“, sagte Wermke am Freitag in Mannheim. So kündigten die Medien einerseits an, sie wollten zur alten Rechtschreibung zurückkehren, andererseits erklärten sie sich bereit, Neuerungen zu akzeptieren. Die Frage sei nun, was gelten solle.

Zudem stelle sich die Frage, was unter „alter Rechtschreibung“ zu verstehen sei - „der Duden von 1991?“, sagte Wermke. Außerdem werde die neue amtliche Rechtschreibung bereits seit acht Jahren in der Schule gelehrt, es gebe bereits eine Generation, die damit groß geworden sei. Er bekannte sich zur neuen Rechtschreibung: „Für uns gilt das, was politisch gewollt ist. Das ist das Regelwerk von 1996 in den Ergänzungen vom Juni 2004.“

In der derzeitigen Diskussion um die Rechtschreibung werde auch nicht ausreichend auf die deutschsprachigen Nachbarländer wie Schweiz und Österreich geachtet, sagte Wermke. „Für die gilt die Regel auch, und von denen hört man nichts.“ Er sprach sich dafür aus, die Erfahrungen der deutschsprachigen Nachbarn in die Debatte einfließen zu lassen. „In der Schweiz gab es die Übergangsfrist nicht, das heißt: Schon 1999 waren alle Schüler auf die neue Rechtschreibung umtrainiert. Für die ist das Thema seit sechs Jahren durch, während wir uns immer noch schwer tun.“

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