Funke-Deal
Kartellamt nimmt sich für Springer Extra-Zeit

Das Bundeskartellamt will das Geschäft zwischen Axel Springer und der Funke-Gruppe umfassend untersuchen. Es braucht deswegen drei Monate länger als üblich. Für einige Börsianer kam das offenbar überraschend.
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DüsseldorfDer Medienkonzern Axel Springer kann die Pläne zum Verkauf des Großteils seines Printgeschäfts an die Funke-Mediengruppe voraussichtlich erst 2014 endgültig besiegeln. Das Bundeskartellamt will die Transaktion genau unter die Lupe nehmen und hat deshalb ein Hauptprüfverfahren eingeleitet.

Bei den Verkaufsplänen an die Funke-Gruppe, zu der unter anderem die „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ gehört, handele es sich „um ein komplexes Vorhaben, bei dem verschiedene Märkte betroffen sind“, sagte ein Sprecher des Kartellamts am Mittwoch. Die Auswirkungen der Verkaufspläne wolle sich die Behörde genauer ansehen. Dafür nehmen sich die Kartellwächter drei Monate zusätzlich Zeit: Sie können die Pläne nun bis zum 10. Januar durchleuchten.

Der „Bild“-Herausgeber reagierte ebenso wie die Funke Mediengruppe gelassen und betonte, dass die umfassende Prüfung „überhaupt keine Überraschung“ sei. „Wir haben das so von Anfang an erwartet“, hieß es bei Springer. An der Börse gaben Aktien des Unternehmens zwischenzeitlich um knapp fünf Prozent nach. Auch die Essener Mediengruppe betonte, die vertiefte Prüfung des Kartellamts sei „ein durchaus übliches Verfahren bei derartigen Transaktionen“.

Für 920 Millionen Euro will der Berliner Medienkonzern traditionsreiche Blätter wie das „Hamburger Abendblatt“ und die „Hörzu“ an die Funke-Mediengruppe verkaufen. Springer will damit seinen lange betriebenen Wandel - weg vom Papier, hin zum Internet - beschleunigen. Nur noch „Bild“, „Welt“ und deren Zeitschriften-Marken verbleiben im Haus, das immer stärker das Rubrikengeschäft mit Immobilien- und Jobportalen sowie Vermarktungsplattformen zu seinem Standbein macht.

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