"Fusion Gleicher" mit Volumen von mehr als 34 Milliarden Dollar
Übernahmegespräche zwischen Sprint und Nextel offenbar schon fortgeschritten

Eine weitere Fusion auf dem US-Mobilfunkmarkt wird immer wahrscheinlicher. Zeitungsberichten zufolge sind die grundsätzlichen Punkte schon geklärt.

HB BERLIN. Spekulationen über eine weitere Großfusion auf dem US-Mobilfunkmarkt haben am Samstag neue Nahrung erhalten. Wie die «New York Times» berichtete, will der Anbieter Sprint den Konkurrenten Nextel Communications für mehr als 34 Milliarden Dollar übernehmen. Die Nextel-Aktionäre sollten für jeden Anteil Aktien und Bargeld im Wert von rund 1,3 Sprint-Aktien erhalten.

Erst am Freitag hatte das «Wall Street Journal» (WSJ) auf seiner Internetseite über Gespräche über ein Zusammengehen zwischen Sprint und Nextel berichtet. Laut «New York Times» würde Sprint im Rahmen der als «Fusion Gleicher» deklarierten Transaktion etwas mehr als 50 Prozent der Gesellschaft kontrollieren. Dies berichtete am Samstag auch das «WSJ» auf seiner Internetseite.

Demnach sind die Gespräche in einem fortgeschrittenen Stadium. Mit den Verhandlungen vertraute Kreise hätten allerdings darauf hingewiesen, dass es noch einige schwierige Punkte zu klären gebe, wodurch das Vorhaben noch platzen könnte. Den Berichten zufolge sind für Dienstag getrennte Treffen der Verwaltungsräte der beiden Unternehmen anberaumt. Sollte alles seinen geplanten Weg gehen, könnte die Transaktion schon am Mittwoch verkündet werden. Analysten schließen laut «New York Times» aber auch nicht aus, dass Verizon Wireless ein Gegenangebot für Sprint abgeben könnte.

Geplant ist laut «New York Times» und «WSJ», nach der Fusion das Festnetzgeschäft von Sprint auszugliedern. Sprint-Chef Gary Forsee solle Chef des fusionierten Unternehmens namens Sprint-Nextel werden, berichteten die Blätter übereinstimmend. Der derzeitige Nextel-Chef Timothy Donahue werde dann Vorsitzender des Verwaltungsrates, der jeweils zur Hälfte mit Vertretern beider Unternehmen besetzt werden solle.

Mit der Fusion von Sprint und Nextel entstünde in den USA der drittgrößte Anbieter auf dem Mobilfunkmarkt mit rund 39 Millionen Kunden. Die Spitzenposition hält das Unternehmen Cingular, das nach der Übernahme von AT&T Wireless rund 46 Millionen Kunden verzeichnet. Nummer zwei bleibt auch nach der Sprint-Nextel-Übernahme der Rivale Verizon Wireless mit 42 Millionen Kunden.

Wegen der Marktaufteilung erwarten Branchenkenner keine kartellrechtlichen Probleme bei dem Zusammengehen von Sprint und Nextel. Nummer vier auf dem US-Mobilfunkmarkt bliebe danach weiterhin weit abgeschlagen die US-Sparte der Deutschen Telekom, T-Mobile USA, mit 16,3 Millionen Kunden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%