Fusion mit Freenet
Aktionärsschützer kritisieren Mobilcom-Chef Eckhard Spoerr

Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) übt Kritik an der Arbeit des Mobilcom-Vorstandschefs Eckhard Spoerr. Vor allem die geplante Fusion mit dem Internetprovider Freenet sorgt beim Verband für Skepsis. Dadurch habe Mobilcom möglicherweise finanzielle Einbußen hinnehmen müssen.

HAMBURG. „Wir sind skeptisch, ob es richtig war, die Fusion mit Freenet 2005 anzustreben, obwohl der Vorstand zu diesem Zeitpunkt gewichtige Klagen gegen die Gesellschaft noch nicht ausgeräumt hatte“, rügt DSW-Sprecher Dirk Unrau. Dadurch seien Mobilcom und den Aktionären möglicherweise finanzielle Nachteile entstanden. Am Montag findet die Hauptversammlung (HV) von Mobilcom statt, zwei Tage später die von Freenet.

Mobilcom und Freenet wollen sich zusammenschließen. Doch mehrere Kläger verhindern weiterhin die seit mehr als einem Jahr geplante Verschmelzung. Spoerr hatte inzwischen eingeräumt, dass der Firma hierdurch jährlich Synergiepotenziale von rund 20 Mill. Euro entgingen. Der Mobilcom-Chef hatte vergangene Woche mit einem Teil der Anfechtungskläger einen Vergleich geschlossen. Mobilcom ist an der Internettochter Freenet mit mehr als 50 Prozent beteiligt.

Skeptisch beäugt Unrau auch den jetzt geschlossenen Vergleich mit dem ehemaligen Firmengründer Gerhard Schmid und Millenium, der Firma von Schmids Ehefrau. Es könne nicht angehen, dass bestimmte Personen zu Lasten anderer Mobilcom-Aktionäre bevorzugt behandelt würden. Er fordert deshalb auf der HV eine umfassende Offenlegung des Vergleichs. Mobilcom und Schmids Ehefrau hatte am gestrigen Dienstag angekündigt, gegenseitig auf Forderungen in Millionenhöhe zu verzichten. Im Streit mit Schmid ging es um ein Aktienoptionsprogramm.

Spoerr weist die DSW-Kritik zurück, dass er vor der Fusion den Streit mit Schmid und seiner Frau hätte regeln sollen. „Dass das Freigabeverfahren mit dem Mobilcom Settlement Agreement und der Millenium-Problematik belastet wurde, war damals nicht absehbar“, sagt eine Firmensprecherin. Auch von einer Ungleichbehandlung von Aktionären könne nicht die Rede sein. So würden die verbliebenen Anfechtungskläger bei der Kostenregelung nicht schlechter gestellt als die bisherigen, heißt es.

Der Kurs von Mobilcom zog um 0,5 Prozent auf 16,40 Euro zu, Freenet legte um 0,7 Prozent auf 18,28 Euro zu.

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