Fusion mit Pro Sieben Sat 1 soll bis Frühsommer 2006 abgeschlossen sein
Springer steht vor finanziellem Kraftakt

Eines war für Springer-Chef Mathias Döpfner, die Deutsche Bank und Credit Suisse First Boston (CSFB) von Anfang klar: Friede Springer darf die Kontrolle über die Axel Springer AG durch die Übernahme der Sendergruppe Pro Sieben Sat 1 nicht verlieren. Diese Bedingung der Witwe des „Bild“-Gründers Axel Cäsar Springer haben die Banker umgesetzt.

MÜNCHEN/DÜSSELDORF. Die Transaktion hat ein Volumen von 4,16 Mrd. Euro, knapp drei Mrd. Euro davon sind über einen Kredit von Deutscher Bank und Credit Suisse First Boston finanziert. Er soll nach Aussagen eines beteiligten Bankers aus dem Cash-Flow bedient werden. Der operative Cash-Flow des Zeitungskonzerns liegt bei 305 Mill. Euro. Das zeigt nach Meinung von Karl-Heinz Küting, Direktor des Instituts für Wirtschaftsprüfung an der Uni Saarbrücken, wie stark sich der Verlag durch die Kreditfinanzierung bindet. Springer hat nach Informationen aus Finanzkreisen nur sieben Jahre Zeit, den Kredit zurückzuzahlen. Springer selbst kann laut Bilanz 450 Mill. Euro an flüssigen Mitteln beisteuern.

Die Übernahme der Pro Sieben Sat 1 durch Springer wird sich in drei Stufen abspielen. Im ersten Schritt zahlt Springer dem Hollywood-Milliardär Haim Saban und seiner Investorengruppe – darunter die Finanzgesellschaften Hellman & Friedman, Bain und Providence – 2,45 Mrd. Euro für 88 Prozent der Stammaktien. Außerdem übernimmt der „Bild“-Konzern 550 Mill. Euro Schulden.

Unternehmensanteile als Sicherheiten verlangten die Banken nicht. Aber es gibt nach Informationen aus den Verhandlungskreisen eine Klausel im Vertrag, dass der Kredit sofort fällig gestellt werden kann, wenn sich die Besitzverhältnisse im Springer-Konzern ändern. Damit ist die Handlungsfähigkeit der Mehrheitsaktionärin Friede Springer zumindest eingeschränkt.

In einem zweiten Schritt wird den Vorzugsaktionären des TV-Senders ein Umtauschangebot gemacht. Während die Finanzinvestoren 23,37 Euro pro Stammaktie erhalten, wird den stimmrechtslosen Aktionären nur 14,10 Euro pro Anteilsschein geboten. Das ist der Durchschnittskurs der vergangenen drei Monate. Sollten alle Vorzugsaktionäre das Angebot akzeptieren, müsste Springer weitere 1,16 Mrd. Euro an Krediten aufnehmen. Die Deutsche Bank und CSFB sind bereit, für die Zwischenfinanzierung zu sorgen.

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