Fusion
Murdoch kommt Übernahme von BSkyB näher

Die britische Regierung akzeptiert vorläufig den Kompromissplan des Medienkonzern News Corp. von Rupert Murdoch. Der sieht vor, bei der Übernahme den Nachrichtensender Sky News aus der Übernahme herauszuhalten.
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LondonDer Medienkonzern News Corp. von Rupert Murdoch ist der Komplettübenahme des britischen Sendernetzwerks BSkyB einen Schritt näher gekommen. Die britische Regierung akzeptierte am Donnerstag vorläufig den Kompromissplan, den Nachrichtensender Sky News aus der Übernahme herauszuhalten und ihn als eigenständige Gesellschaft weiterzuführen. Damit soll eine zu starke Konzentration von Informationsmedien auf einen Eigner vermieden werden. Murdoch gehören in Großbritannien bereits Tageszeitungen wie das Boulevardblatt „The Sun“ und die Qualitätszeitung „The Times“.

Kulturminister Jeremy Hunt will aber erst am 8. Juli endgültig entscheiden, ob die Regierung der Übernahme zustimmt, oder der Fall an die Wettbewerbskommission zur weiteren Prüfung übergeben wird. In diesem Fall wäre eine langwierige Prozedur mit monatelanger Verzögerung des Geschäfts die Folge.

Murdoch gehören bereits 39 Prozent an der Sendergruppe, zu der auch der Bezahlsender Sky Deutschland zählt. Neben dem Fernsehgeschäft verdient BSkyB auch Geld als Telekommunikationsanbieter. Für die restlichen 61 Prozent der Anteile hatte Murdoch im vergangenen Jahr 7 Pfund pro Aktie geboten, was einer Gesamtsumme von 12,3 Milliarden Pfund (13,6 Mrd Euro) entspricht. Die bisherigen Eigner, ein Konsortium von Managern, hatten ihn zu einem höheren Gebot aufgefordert. Der Börsenkurs lag am Donnerstag bei 8,48 Pfund.

Die Übernahmepläne hatten einen Aufschrei in der britischen Medienszene ausgelöst. Mehrere Verlage, darunter der „Guardian“ und der „Daily Telegraph“ hatten öffentlich protestiert und rechtliche Schritte angedroht. Wirtschaftsminister Vince Cable, der ebenfalls gegen die Übernahmepläne war, wurde von Premierminister David Cameron kurzerhand die Zuständigkeit entzogen.

Der Kompromissvorschlag sieht unter anderem vor, dass Murdoch den defizitären Nachrichtensender Sky News noch mindestens zehn Jahre unterstützten muss, seine eigenen Anteile aber nicht über 39 Prozent hinaus erhöhen darf. Der Sender darf mindestens sieben Jahre weiterhin Sky News heißen. Die anderen Sky-Sender sind zur Cross-Promotion verpflichtet.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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