Fusion unwahrscheinlich
Yahoo und Microsoft prüfen Kooperation

Experten halten eine Fusion von Yahoo und Microsoft für unwahrscheinlich. Es gebe mehr Überlappungen als Synergien und ein Fokus auf den Suchmaschinenmarkt sei nicht aussichtsreich, heißt es. Doch eine Partnerschaft ist denkbar, beispielsweise im Online-Werbemarkt oder beim mobilen Internet.

NEW YORK/DÜSSELDORF. Die Gespräche zwischen dem Softwareriesen Microsoft und der US-Internetfirma Yahoo laufen nicht mehr auf eine Fusion hinaus. Doch werden die beiden Unternehmen möglicherweise eine Partnerschaft eingehen, um Boden gegenüber Google im Internet gut zu machen. Das meldeten am Wochenende übereinstimmend führende US-Medien.

Ein Zusammenschluss sei nicht mehr Gegenstand der seit 18 Monaten andauernden Gespräche, berichteten „New York Times“ und „Wall Street Journal“. Die Aktien beider Unternehmen, die sich zu den Spekulationen nicht geäußert hatten, gaben daraufhin nachbörslich nach. Yahoo-Aktien hatten zuvor am Freitag um 18 Prozent zugelegt, nachdem die „New York Post“ über eine rund 50 Mrd. Dollar schwere Kaufofferte von Microsoft spekuliert hatte.

Angesichts der wachsenden Dominanz des Internet-Portals Google auf dem Online-Werbemarkt halten Experten eine Zusammenarbeit von Microsoft und Yahoo in einzelnen Bereichen für denkbar. Google baut sein Revier im Netz immer weiter aus: Laut dem Marktforschungs-Institut eMarketer wird der Konzern den Anteil am Internet-Werbemarkt in diesem Jahr von 25 auf 32 Prozent steigern. Yahoo kommt gerade auf 18 Prozent und Microsoft auf weniger als sieben. Unter einem gemeinsamen Dach könnten die Werbeaktivitäten der Google-Verfolger „phänomenale Resultate“ erzielen, glaubt die frühere Yahoo-Managerin Ellen Siminoff, die heute das Unternehmen Efficient Frontier leitet.

Eine Reihe Internet-Experten halten eine Komplettfusion der IT-Giganten für sinnlos. „Es gibt mehr Überlappungen als Synergien“, sagt der Branchenexperte Matt Rosoff von der unabhängigen Analysegesellschaft „Directions on Microsoft“. Er verweist dabei auf die Messengerdienste und E-Mailaktivitäten. Yahoo ist hier die Nummer eins und Microsoft folgt dicht dahinter.

„Wenn man sich die potenziellen Probleme einer Fusion anschaut“, sagt Charlene Lee von Forrester Research, „gehe ich nicht davon aus, dass das auf absehbare Zeit ein Thema sein wird. Höchstens eine teilweise Zusammenarbeit auf Feldern, in denen es sinnvoll ist.“

Etwa im Online-Werbemarkt. Yahoo hat hier weit mehr Erfahrung und gerade seine neue Werbeplattform „Panama“ gestartet. Das erneuerte Interesse Microsofts kommt nur Wochen nach der Niederlage im Kampf um den Werbevermarkter Doubleclick, den Google für 3,1 Mrd. Dollar schlucken wird.

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