Fusion von Mobilcom mit Internettochter
„Freenet-Verkauf spielt keine Rolle“

Die Fusion des Mobilfunkdienstleisters Mobilcom mit der Internettochter Freenet steht auf des Messers Schneide. Mehrere Kleinaktionäre blockieren die geplante Verschmelzung. Am 2 und 8. August werden nun die Landgerichte in Hamburg und Kiel entscheiden, ob der Fusion der beiden Gesellschaften im Handelsregister eingetragen werden, wenn sich Mobilcom nicht noch zwischenzeitlich mit den Anfechtungsgegnern einigen sollte. Das Handelsblatt sprach mit Eckhard Spoerr, dem Vorstandsvorsitzenden von Mobilcom, über die Probleme und die Möglichkeiten eines Auswegs.

Die seit mehr als einem Jahr geplante Fusion mit der Internettochter Freenet droht zu scheitern, weil man sich mit den Anfechtungsgegnern nicht einigen kann. Woran hapert es eigentlich?

Wir diskutieren keine Verhandlungszwischenstände über die Presse. Erfolgreiche Verhandlungen mit den Klägern können den Fusionsprozess beschleunigen. Eine außergerichtliche Einigung ist nicht zwingend erforderlich, da wir den bei Unternehmensfusionen üblichen Weg über das so genannte Freigabeverfahren beschreiten und zuversichtlich sind, die Gerichte von unseren Argumenten zu überzeugen. Das Landgericht Hamburg hat ja bereits die Anfechtungsklagen bei Freenet abgewiesen.

Behindern der ehemalige Firmengründer Gerhard Schmid oder seine Frau Sybille Schmid-Sindram den Einigungsprozeß?

Nein, weder Herr Schmid noch seine Frau haben direkte Anfechtungsklagen gegen die Verschmelzung erhoben. Aufgrund der Vielzahl von Klägern konnte der ursprüngliche Zeitplan nicht realisiert werden.

Haben der Vorstand und der Aufsichtsrat von Mobilcom ein Friedensangebot unterbreitet, dass unter anderem die Rücknahme von Strafanträgen und Strafanzeigen gegenüber Schmid und seiner Frau Sybille Schmid-Sindram vorsieht?

Der Vorstand ist grundsätzlich an einer Befriedung der mobilcom AG interessiert, damit das Unternehmen zur Normalität zurückkehren und die Kräfte im operativen Geschäft einsetzen kann.



Haben der Firmengründer Gerhard Schmid und seine Frau gefordert, dass Mobilcom auf finanzielle Ansprüche gegen sie verzichtet?

Wir diskutieren keine Verhandlungszwischenstände über die Presse.

Wenn ja, wo hoch sind die Forderungen?

Wir diskutieren keine Verhandlungszwischenstände über die Presse.

Gibt es einen Streit zwischen ihnen und dem Aufsichtsratchef Dieter Vogel, der eine Einigung mit den Anfechtungsgegnern verhindert?

Der Vorstand und Aufsichtsrat haben eine gemeinsame Linie definiert.

Die kommenden Hauptversammlungen von Mobilcom und Freenet sollen beschließen, dass die geplante Fusion vorzeitig abgeblasen wird. Warum das?

Die Hauptversammlung soll nur für den Fall, dass die Einigungsgespräche nicht erfolgreich abgeschlossen werden und die Fusion im Freigabeverfahren in letzter Instanz nicht genehmigt wird, dem Vorstand die Ermächtigung erteilen den Verschmelzungsvertrag aufzuheben.

Glauben Sie, dass die geplante Fusion angesichts der monatelangen Querelen mit den Anfechtungsgegnern überhaupt noch zu Stande kommen?

Einer Vorabeinigung mit den Anfechtungsklägern stehen wir nach wie vor positiv gegenüber.

Sind Sie bei einem Scheitern der Fusion für einen Verkauf der Internettochter Freenet?

Sollte die Fusion nicht realisierbar sein, müssen sich die beiden Unternehmen wie heute eigenständig im Markt weiterentwickeln. Hierbei spielt das Thema Verkauf von Freenet aus heutiger Sicht keine Rolle.

Ziehen Sie in diesem Fall einen Rücktritt als Vorstandschef von Mobilcom in Betracht?

Diese Frage stellt sich im Moment nicht.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%