Fusion von TV und Internet
AT&T vor weiterer Milliardenübernahme

Der US-Mobilfunkanbieter AT&T will offenbar einen Pay-TV-Sender übernehmen. Es ist die zweite Übernahme binnen kürzester Zeit, bei der TV und Internet verschmelzen. Experten erwarten eine Welle von Fusionen.
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New YorkDer zweitgrößte US-Mobilfunk-Anbieter AT&T steht nach Angaben von Insidern unmittelbar vor der Übernahme des führenden Pay-TV-Senders DirecTV für knapp 50 Milliarden Dollar. Die beiden Unternehmen hätten sich im Grundsatz auf die Fusion geeinigt, berichteten mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Die Übereinkunft müsse nun noch endgültig von den Aufsichtsgremien der beiden Unternehmen abgesegnet werden, so dass bereits in den kommenden Tagen mit einer Bekanntgabe zu rechnen sei, erklärte einer der Insider. Hintergrund der Fusion ist die zunehmende Verknüpfung von TV und Internet.

Zuvor hatte bereits die Nachrichten-Internetseite BuzzFeed berichtet, DirecTV-Chef Mike White habe ranghohen Managern den Abschluss der Verhandlungen verkündet und wolle den Deal am Sonntag bekanntgeben. AT&T lehnte eine Stellungnahme zu dem Bericht ab, während DirecTV nicht auf Anfragen reagierte.

Verschmelzung von TV und Internet tritt Fusionswelle los

Die Nachrichtenagentur Reuters hatte erst am Montag erfahren, dass die Fusionsgespräche weit fortgeschritten sind und schon bald abgeschlossen werden könnten. Mit der Übername könnte AT&T im Pay-TV den Kabelriesen Comcast unter Druck setzen, der gerade für 45 Milliarden Dollar den Rivalen Time Warner Cable kaufen will. Auch die US-Tochter der Deutschen Telekom spielt in dem Übernahme-Reigen eine zentrale Rolle: Denn auf T-Mobile US haben der Rivale Sprint und der Satelliten-TV-Betreiber Dish ein Auge geworfen.

Neben dem Preiskampf treibt die Fusionswelle an, dass immer mehr Menschen mit Smartphones und Tablets online surfen und auch verstärkt über das Internet fernsehen. Dies zwingt die Branche, sich nach neuen Wachstumsmöglichkeiten umzuschauen. AT&T und Mobilfunk-Marktführer Verizon expandieren deswegen in Breitband- und Video-Bereiche. Der drittgrößte US-Anbieter Sprint würde sich gerne mit der Nummer vier, T-Mobile US, verstärken.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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