Fusionswelle
Telekomfirmen ordnen den Markt

Der deutsche Telekommarkt steht vor einer Fusionswelle. Telefónica-Chef César Alierta will noch in diesem Jahr über den Kauf des deutschen Festnetzanbieters Hansenet entscheiden. Experten gehen davon aus, dass Hansenet der Startschuss für die lange erwartete Konsolidierung des überbesetzten deutschen Marktes sein wird.

DÜSSELDORF. Eine Studie der Privatbank Sal. Oppenheim und der Strategieberatung OC&C hat die Übernahmevarianten untersucht.

Die Studien-Autoren kommen zu dem Ergebnis, dass Telefónica wahrscheinlich die führende Rolle in dem Übernahmereigen einnimmt. Die Spanier sind hier mit der Mobilfunktochter O2 vertreten, besitzen aber auch ein gut ausgebautes Festnetz - allerdings ohne Kunden. Mit gerade einmal 230 000 Nutzern liegt ihr Marktanteil unter einem Prozent. "Wenn Telefónica sein Festnetzgeschäft stärken will, geht das nur durch eine Übernahme in signifikanter Größe", sagt Arndt Rautenberg von OC&C.

Hansenet würde diese Bedingung erfüllen. Die Hamburger haben 2,3 Mio. Kunden und zehn Prozent Marktanteil. Die Mutter Telecom Italia will seit Monaten verkaufen. Bislang ist ein Deal offenbar am Preis gescheitert. In der Branche ist zu hören, dass neben Telefónica auch United Internet und Vodafone Angebote für Hansenet abgegeben haben. "Wenn Telefónica Hansenet übernimmt, ist es wahrscheinlich, dass die Spanier weitere Käufe folgen lassen, zum Beispiel Versatel", sagt Frank Rothauge von Sal. Oppenheim. "Ohne Hansenet haben sie nur noch die Möglichkeit, das deutsche Festnetz aufzugeben oder sich ganz aus Deutschland zu verabschieden."

Hansenet ist der zweitgrößte Mieter des Telefónica-Festnetzes. Fiele das Unternehmen aus, weil es künftig das Netz seines neuen Eigentümers nutzt, würde es sich für Telefónica gar nicht mehr lohnen, ein Festnetz zu unterhalten. Ein kompletter Ausstieg läuft den Spaniern aber zuwider. Deutschland ist für sie auch ein Prestigeobjekt, nachdem sie hier vor Jahren mit ihrer Mobilfunktochter Quam bereits einmal gescheitert sind. "An einen Ausstieg aus Deutschland haben wir noch nie gedacht", heißt es in Madrid. "Wir verteidigen unsere Position und unsere Zukunft dort. Der Kauf von Hansenet wäre dafür sicher vernünftig."

Investoren drängten im Moment aber darauf, dass O2 und E-Plus ein Joint Venture nach dem Vorbild von T-Mobile und Orange in Großbritannien gründeten, sagt Rothauge. "Telefónica wird bereit sein, einen vergleichsweise hohen Preis für Hansenet zu zahlen, weil die Alternativen nicht besonders attraktiv sind", ist er überzeugt.

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