Fußball-Bundesliga
Kartellamt hält Arena und Premiere hin

In wenigen Wochen beginnt die neue Saison, doch Fußball-Fans wissen immer noch nicht, wo sie künftig die Spiele live verfolgen können. Das Bundeskartellamt hält die beiden Bezahlfernsehsender Premiere und Arena weiter hin. Die Unternehmen hätten noch nicht alle Fragen zu ihrer Zusammenarbeit bei der Übertragung der Fußball-Bundesliga beantworten können, hieß es.

HB DÜSSELDORF. Das Kartellamt habe weitere Klarstellungen von den Unternehmen verlangt, sagte ein Sprecher des Bundeskartellamtes am Dienstag. Die im MDax notierte Premiere-Aktie reagierte im frühen Handel mit einem leichten Minus auf die Aussage. Kartellamtschef Bernhard Heitzer hatte die Entscheidung für diese Woche in Aussicht gestellt. Von den Unternehmen war am Dienstag zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Premiere hatte Ende 2005 bei der Vergabe der Exklusivrechte gegen den neuen Rivalen Arena den Kürzeren gezogen und in der Folge massiv Abonnenten verloren. Im Februar verabredeten die Kontrahenten eine Vertriebskooperation, mit der Premiere die Bundesliga live auch wieder über Satellit zeigen kann. Diese liegt aber auf Eis, weil das Kartellamt Bedenken äußerte. Die Unternehmen legten daraufhin einen neuen Vorschlag vor, für den die Behörde grundsätzlich bereits grünes Licht signalisiert hatte. Es müssten aber noch Details geklärt werden, hatte es geheißen.

Branchenkreisen zufolge sieht die neue Vereinbarung vor, dass Arena seine Rechte an Premiere sublizenziert. Premiere werde das Programm produzieren und an Arena weitergeben. Damit werde die Arena-Redaktion de facto aufgelöst. Ein Teil der Mitarbeiter werde möglicherweise zum Konkurrenten wechseln, sagten mehrere mit der Situation vertraute Personen. Die Unternehmen selbst schweigen sich aus.

Die sich abzeichnende Lösung sei wettbewerblich zwar nicht ideal, hatte der Kartellamtschef gesagt. Aber sie sei deutlich besser als die vorherige, und akzeptabel, weil sie bis Mitte 2009 begrenzt sei. Es blieben zwei technische Satellitenplattformen erhalten und ebenso zwei Programmanbieter im Kabel. So bestehe die Möglichkeit, dass unterschiedliche Programme zu unterschiedlichen Preisen angeboten würden.

Ob und wie sich die Weitergabe auf die Deutsche Fußball-Liga (DFL) auswirke, sei noch nicht abzusehen, hatte Geschäftsführer Christian Seifert gesagt. Er gehe aber davon aus, dass sich für die Klubs nichts ändere. Der vertraglich vereinbarte Betrag – 220 Mill. Euro pro Saison – stehe bei der Sublizenzierung nicht zur Diskussion. Wegen der Anlaufkosten der Tochter Arena schreibt der Kabelnetzbetreiber Unitymedia weiter Verluste. Mit der neuen Vereinbarung könnte Unitymedia einer mit der Situation vertrauten Person zufolge jedoch sein Bundesliga-Geschäft im laufenden Jahr in die schwarzen Zahlen führen. Die Arena-Mutter werde ihren Anteil von rund 17 Prozent an Premiere auch mit der neuen Vereinbarung behalten.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%