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Fußball-Übertragung: Telekom darf weiter Bundesliga zeigen

Die Deutsche Telekom hat den Wettbewerb um die Bundesliga-Übertragung im Internet verloren – trotzdem können ihre Kunden weiter Fußball gucken: Das Unternehmen kooperiert mit dem Bezahlsender Sky.

Die Nutzer des Telekom-Angebots Liga Total können auch in der kommenden Saison Fußball schauen. Quelle: dpa
Die Nutzer des Telekom-Angebots Liga Total können auch in der kommenden Saison Fußball schauen. Quelle: dpa

MünchenDie Deutsche Telekom hat sich nach dem Verlust der Bundesligarechte mit dem Bezahlsender Sky Deutschland auf eine umfassende Zusammenarbeit geeinigt. Nach langen Verhandlungen schlossen die Unternehmen einen bis 2017 laufenden Vertrag ab, der es unter anderem den etwa 170.000 Kunden des bisherigen Telekom-Angebots Liga Total auch in der kommenden Saison erlaubt, ohne Neuvertrag Fußball zu schauen. Erst ab der Saison 2014/15 muss dann ein Sky-Vertrag abgeschlossen werden, wie die Unternehmen am Freitag mitteilten. Der Bezahlsender hat zudem seine Kooperation mit dem Erotik-Anbieter Beate Uhse verlängert.

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„Die Vereinbarung stellt sicher dass alle, die bereits die Bundesliga über die Telekom Entertain-Plattform sehen, dies auch in Zukunft ohne Unterbrechung tun können“, sagte Sky-Chef Brian Sullivan. TV-Kunden des Telekom-Internetangebots Entertain können von Mitte des Jahres an das gesamte Sky Angebot dazu buchen. Die Münchner erschließen sich damit einen weiteren Vertriebsweg für ihre Produkte.

Die größten Mobilfunker in Deutschland

  • Ein großer Markt

    In Deutschland gibt es mehr als 113 Millionen Handyanschlüsse. Welche Marktanteile die Anbieter haben, hat das Statistikportal Statista auf Grundlage von Erhebungen der Marktforschungsinstitute Enigma, Ipsos, Ifak und Marplan ermittelt (Stand: Ende 2012).

  • T-Mobile

    Jeder fünfte Handynutzer geht mit T-Mobile ins Netz (20,9 Prozent). Bei den Vertragskunden hält die Telekom-Tochter sogar einen Marktanteil von 24,3 Prozent.

  • Vodafone

    Der britische Konzern kommt in Deutschland ebenfalls auf einen Marktanteil von 20,9 Prozent. Allerdings hat das Unternehmen weniger Vertragskunden als der Rivale aus Bonn (22,4 Prozent Marktanteil).

  • O2

    Die Tochter des spanischen Telefónica-Konzerns – seit kurzem an der Börse notiert – ist in Deutschland die Nummer drei, sie hat einen Marktanteil von 13,5 Prozent.

  • E-Plus

    Jeder zehnte Handynutzer (9,5 Prozent) ist Kunde bei E-Plus, einer Tochter des niederländischen KPN-Konzerns.

  • Aldi Talk

    Der Discounter Aldi betreibt kein eigenes Netz, hat aber eine beachtliche Kundenbasis. 8,5 Prozent der Kunden telefonieren mit SIM-Karten des Einzelhändlers.

  • Base

    Base ist die Billigmarke von E-Plus. 5,5 Prozent der Handynutzer telefonieren damit.

  • Sonstige

    Jeweils weniger als 5 Prozent Marktanteil haben 1&1 (3,3 Prozent), Mobilcom-Debitel (2,8 Prozent), Tchibo (1,8 Prozent) und die Telekom-Marke Congstar (1,7 Prozent).

Dem Abschluss waren längere Verhandlungen vorausgegangen. Im vergangenen Jahr hatte Sky Deutschland bei der Neuvergabe der Übertragungsrechte für die Bundesliga nicht nur erneut den Zuschlag bekommen, sondern der Telekom überraschend auch noch die Rechte für die Übertragung im Internet abgenommen. Für den Bonner Konzern war dies eine herbe Schlappe, wollte die Telekom doch eigentlich alle Rechte bekommen. Sky-Deutschland-Chef Brian Sullivan signalisierte aber schon direkt nach seinem Erfolg Gesprächsbereitschaft.

Der seit Jahren defizitäre Bezahlsender musste für die Rechte tief in die Tasche greifen und bezahlt insgesamt fast zwei Milliarden Euro. Großaktionär Rupert Murdoch hatte in den vergangenen Jahren immer wieder hunderte Millionen in den Konzern gepumpt. Zwar hat sich Sky kräftig erholt und schrieb zuletzt operativ sogar schwarze Zahlen, braucht aber mehr Einnahmen und Kunden. Über die finanziellen Details der Einigung machten beide Seiten allerdings keine Angaben.

Die Konzerne aus Bonn und München taten sich schwer, eine Einigung zu finden, da sie sich in den vergangenen Jahren auf dem deutschen Pay-TV-Markt einen erbitterten Schlagabtausch lieferten. Insbesondere mit dem Zuschauermagneten Bundesliga versuchte die Telekom, neue zahlende Zuschauer für ihr Fernsehangebot zu locken – das gelang aber nur begrenzt. Nach jüngstem Stand hatten etwa 190.000 der 1,9 Millionen Entertain-Kunden die Telekom-Bundesliga-Show „Liga Total“ abonniert.

Sky hat außerdem die Kooperation mit dem Erotik-Anbieter Beate Uhse verlängert. Der TV-Sender des Flensburger Unternehmens sei in Deutschland und Österreich auch weiterhin exklusiv über Sky empfangbar, teilten die Unternehmen am Freitag mit.

Die Zusammenarbeit mit Sky sei ein „wichtiger Bestandteil der strategischen Ausrichtung für den Sender“, teilte die Beate Uhse AG mit. Dank der Verlängerung können Sky seinen Kunden weiterhin „diese Programmfarbe“ anbieten, erklärte Sky-Manager Gary Davey.

 

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