Klein, der mit Ausnahme Frankreichs für das Auslandsgeschäft bei Europas größtem Zeitschriftenkonzern zuständig ist, spielt für das Ergebnis von Gruner + Jahr eine Schlüsselrolle. Bereits in diesem Jahr wird der frühere Geschäftsführer der „Berliner Zeitung“ und Ziehsohn von G+J-Chef Bernd Kundrun eine Umsatzrendite im oberen einstelligen Bereich abliefern. 2006 soll sie sogar zweistellig sein.
G+J braucht dringend neues Wachstum. Im vergangenen Jahr ging der operative Gewinn vor Zinsen und Steuern auf 215 Mill. Euro zurück. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 238 Mill. gewesen. G + J musste bei seiner Auslandsexpansion auch Niederlagen einstecken. In den USA erlebten die Hamburger zuletzt ein Debakel. Nach Skandalen um gefälschte Auflagen und nach Management-Problemen verkauften sie im Sommer für knapp 300 Mill. Euro ihr US-Zeitschriftengeschäft.
Trotz der bitteren Niederlage in den USA herrscht bei G + J im internationalen Geschäft Gründerstimmung. Im Mittelpunkt der Expansion stehen derzeit Südosteuropa, Lateinamerika und Asien. „Wir haben seit meinem Amtsantritt vor zwei Jahren bereits 29 Titel gegründet, die alle gut laufen“, sagt Klein. Die Wachstumsstrategie hat zwei Stoßrichtungen: neue Märkte und weitere Zukäufe. Klein stehen bis zu 20 Mill. Euro jährlich für Aquisitionen zur Verfügung. Erst kürzlich hat der Konzern in Griechenland dazu gekauft: Er erwarb für knapp 20 Mill. Euro 50 Prozent an Daphne Communications, mit elf Zeitschriften einer der großen Verlage in Griechenland.

