Galaxy Note 7

Samsung senkt Gewinnprognose drastisch

Der koreanische Technikriese Samsung zieht weitere Konsequenzen aus dem Debakel um das entflammbare Smartphone Galaxy Note 7 – und kalkuliert mit einem milliardenschweren Umsatzverlust. Erste Investoren werden unruhig.
Update: 12.10.2016 - 12:43 Uhr 1 Kommentar

Verkohlt, verbrannt, verschmort: Produktion von Galaxy Note 7 eingestellt

Verkohlt, verbrannt, verschmort: Produktion von Galaxy Note 7 eingestellt

SeoulDas Desaster mit Bränden beim Smartphone-Flaggschiff Galaxy Note 7 verhagelt Samsung das dritte Quartal. Der südkoreanische Konzern teilte am Mittwoch mit, beim operativen Gewinn im Zeitraum Juli bis September sei mit umgerechnet knapp 2,1 Milliarden Euro weniger zu rechnen. Damit dürfte das Ergebnis des Smartphone-Weltmarktführers zum Vorjahr um 30 Prozent einbrechen. Samsung geht zudem von weniger Umsatz aus.

Erst am Dienstag hatte der Apple -Rivale beim Galaxy Note 7, das eigentlich dem neuen iPhone Paroli bieten sollte, nach mehreren Bränden wegen mutmaßlich defekter Akkus den Stecker gezogen. Der Verkauf der rund 800 Euro teuren Geräte werde dauerhaft gestoppt, erklärten die Asiaten. Der Versuch, defekte Geräte auszutauschen, war zuvor gescheitert, nachdem auch ein Ersatzhandy Feuer gefangen hatte. Große Mobilfunk-Anbieter weigerten sich daraufhin, ihren Kunden das Note 7 zu verkaufen. Zudem bekräftigten mehrere Fluggesellschaften, das Smartphone dürfe an Bord einer Maschine weder betrieben noch aufgeladen werden. Analysten zufolge könnte der Rückzug Samsung am Ende bis zu 17 Milliarden Dollar Umsatz kosten.

Samsung rechnet für das Sommerquartal jetzt noch mit einem Betriebsergebnis von 4,2 Milliarden Euro (5,2 Billionen Won), ein Drittel weniger als bisher. Der Umsatz dürfte sich nach neuer Schätzung auf 37 Milliarden Euro summieren. Samsung-Aktien waren am Mittwoch mit einem Minus von knapp einem Prozent aus dem Handel gegangen, seit Wochenbeginn haben sie zehn Prozent an Wert eingebüßt. Allerdings kam die Gewinnwarnung erst nach Börsenschluss in Seoul. Die südkoreanische Regierung sorgt sich bereits um mögliche Exporteinbußen durch die Probleme beim Vorzeige-Konzern des Landes.

Investoren fordern unterdessen schnelle Aufklärung über die Hintergründe der Feuer. Die Kunden bräuchten Gewissheit, dass die nächste Handy-Generation nicht von den Bränden betroffen sein werde, sagte Kim Hyun Su, Fondsmanager bei IBK Asset Management. Bislang schweigt Samsung zu den technischen Ursachen. Experten zeigen sich insbesondere verwundert darüber, dass auch die Austauschmodelle betroffen sind. Aus Kreisen der koreanischen Behörde für Technik und Sicherheit verlautete, möglicherweise handele es sich um zwei getrennte Probleme.

Unter Fondsmanagern herrscht Einigkeit, dass der Weltmarktführer nun so schnell wie möglich die neuste Version seiner Smartphone-Premiumreihe S auf den Markt bringen dürfte. „Ich gehe davon aus, dass Samsung schnell die Galaxy S8 bereitstellen wird“, so Kim. Der Konzern verfüge über die dafür notwendigen Kapazitäten. Üblicherweise stellt Samsung ein neues Galaxy-S-Modell im ersten Quartal zur Fachmesse Mobile World Congress vor.

Das sind die häufigsten Smartphone-Sünden
Deutschland, deine Smartphone-Sünder
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Smartphone-Sünden: Jeder kennt sie. Das Handy nicht auf lautlos geschaltet, auch während der Verabredung nur „ganz kurz“ auf bei WhatsApp antworten, am Steuer schnell noch eine SMS lesen. Eine Forsa-Umfrage hat die Deutschen befragt, ob und in welchem Kontext sie die meisten Smartphone-Sünden begehen, sortiert nach Alter und Geschlecht. Erstaunlich: Rund 27 Prozent der Befragten, die vierthöchste Zahl im Ranking, will angeblich noch nie Smartphone-Sünden begangen haben. Die Zahl relativiert sich etwas beim Blick auf die Details: So ist die größte Gruppe unter den Sündenlosen mit 49 Prozent die der über 60jährigen. Aber auch acht Prozent der 18 bis 29jährigen begeht angeblich nie einen Verstoß gegen die Smartphone-Etikette. Bei Männern (26 Prozent) und Frauen (28 Prozent) ist das Bild ausgeglichen. Bleibt die Frage: Wo sündigen die übrigen 73 Prozent besonders oft?

Quelle: Forsa

Platz 9: Im Kino Nachrichten checken
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Hierzu lassen sich immerhin die Wenigsten hinreißen – sechs Prozent der Befragten aber können selbst im Kino nicht vom Smartphone lassen. Dabei gilt: Je älter die Altersgruppe, desto besser widersteht sie dem Griff zum Handy. Selbst bei der Ü60-Fraktion aber schauen noch zwei Prozent auch im Lichtspielhaus mal kurz, ob wer geschrieben hat. Bei den 45-59-Jährigen sind es drei Prozent, schon sieben Prozent bei den 30- bis 44-Jährigen. Den Löwenanteil machen wie fast überall die 18- bis 29-Jährigen: 15 Prozent von ihnen können auch im Kinosaal nicht vom Smartphone lassen. Bei den Sündern gibt es etwas mehr Männer (7 Prozent) als Frauen (5 Prozent).

Platz 8: Smartphone noch vor Erlöschen des Anschnall-Zeichens eingeschaltet
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„Flugangst“ scheint für neun Prozent der Deutschen zu bedeuten, im Flugzeug das Handy nicht benutzen zu dürfen. Diese neun Prozent jedenfalls haben ihr Smartphone schon wieder an, noch bevor das Anschnall-Zeichen wieder erloschen ist. Frauen (10 Prozent) haben es dabei noch etwas eiliger als die Männer (8 Prozent). Die Gruppe der 18- bis 29-Jährigen dominiert hier klar, sie stellen 19 Prozent der Sünder.

Platz 7: Im Restaurant telefoniert
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Ebenfalls neun Prozent haben kein Problem unter „Tischkonversation“ auch ein Gespräch zu zählen, dass man mit einer nicht anwesenden Person per Telefon führt. Männer und Frauen greifen dabei gleich oft zum Hörer (9 Prozent). Die größten Sünder sind diesmal allerdings nicht die 18- bis 29-Jährigen (10 Prozent), sondern die 30- bis 44-Jährigen mit 12 Prozent.

Platz 6: Bei Geschäftsterminen E-Mails auf dem Handy lesen
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Die Unglückszahl: 13 Prozent der Befragten geben zu, auch während offizieller Termine den Blick ins E-Mail-Fach nicht lassen zu können. Männer (14 Prozent) haben dabei knapp die Nase vorn (Frauen kommen auf 12 Prozent). Bei den Altersgruppen liegen die 18- bis 29-Jährigen und die 30- bis 44-Jährigen (beide 16 Prozent) gleichauf, die über 60-Jährigen (10 Prozent) platzieren sich noch vor den 45- bis 59-Jährigen (9 Prozent).

Platz 5: Handy im Wartezimmer nicht lautlos
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Eine Sünde, die mehr auf Vergesslichkeit denn auf Mutwillen beruht: Im Wartezimmer vergessen 23 Prozent, das Handy stumm zu schalten. Frauen (26 Prozent) passiert das deutlich öfter als Männern (19 Prozent). Diesmal macht die Gruppe der 18- bis 29-Jährigen die kleinste Fraktion aus (14 Prozent), besonders vergesslich sind die 45- bis 59-Jährigen (28 Prozent), gefolgt von den über 60-Jährigen (24 Prozent) und der Fraktion 30 bis 44 Jahre (23 Prozent).

Platz 4: Beim Autofahren Nachrichten checken
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Handy am Steuer? Für 24 Prozent der Befragten kein Problem – zumindest kein großes, denn sie alle hatten das Telefon schon mal während der Fahrt in der Hand. Männer (25 Prozent) sehen das Sicherheitsrisiko Multitasking im Straßenverkehr etwas gelassener als Frauen (23 Prozent). Die Sorglosesten macht dabei die Fraktion der 18- bis 29-Jährigen (49 Prozent) aus. Von Altersgruppe zu Altersgruppe nimmt die Anzahl der Menschen die glauben, problemlos gleichzeitig auf ihr Handy und die Straße achten zu können, dann kontinuierlich ab: Bei den 30- bis 44-Jährigen sind es noch 36 Prozent, bei den 45- bis 59-Jährigen 19 und bei den über 60-Jährigen nur noch fünf Prozent.

Allerdings könnten andere Hersteller wie LG Electronics oder Google, die ebenfalls das Betriebssystem Android verwenden, die Panneserie der Südkoreaner für den Versuch nutzen, sich Marktanteile zu sichern. Beide Konzerne haben gerade neue Produkte auf den Markt gebracht. Auch Apple könnte profitieren. Der Analyst Jan Dawson von Jackdaw Research verweist jedoch darauf, dass Kunden zögern, das Betriebssystem zu wechseln. Bislang habe Samsung das obere Preissegment bei Android für sich gebucht. Für andere Hersteller mit der Linux-Variante seien die Galaxy-Note-7-Brände daher eine Chance. Die Forschungsgruppe TrendForce geht davon aus, dass „ein großer Teil der Nachfrage jetzt auf drei große chinesische Marken entfallen wird – Huawei, Vivo und OPPO“.

  • rtr
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1 Kommentare zu "Galaxy Note 7: Samsung senkt Gewinnprognose drastisch"

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  • Ich habe zwar kein Handy, denn ich lehne diese Asiaten-oder Amerikaapparate grundsätzlich ab, aber das ist schon ein Skandal.
    Schade das wirrr keine Handys mehr herstellen.....aber das ist von den USA nicht gewollt. Wird Zeit das sich diesem Thema unser Putin annimmt,das ist wenigstens noch ein echter Kerl.....wenn ich dagegen an M. denke......

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