Gastkommentar Die Großbaustelle Microsoft

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Der Softwareriese bietet gegenwärtig das kompletteste Serviceportfolio im Bereich des Cloud Computing, mit dem Anwender nahezu alle Lösungsszenarien von der Infrastruktur bis zum Desktop abdecken können. Besonderes Augenmerk wird auf technische Maßnahmen gelegt, die ein Zusammenspiel verschiedener Systemlandschaften sicherstellen sollen. Microsoft ist auf dem richtigen Weg könnte meinen. Doch der Schein trügt. Die Amerikaner haben mit einigen Problemen zu kämpfen. Die Services müssen noch deutlich zuverlässiger, die Skalierbarkeit verbessert werden. Außerdem muss Microsoft als Serviceanbieter auftreten – und nicht als Softwarehersteller.

Hinzu kommen Themen, die alle Anbieter im Bereich Cloud Computing betreffen. Hierzu zählen insbesondere Datenschutz- und Datensicherheitsthemen. Themen, auf die sich insbesondere Unternehmen in Deutschland fokussieren. Dies belegt auch die Umfrage „Internet-Sicherheit 2011“ des Verbands der deutschen Internetwirtschaft eco. Die Studie zeigt dass 58 Prozent der 270 befragten Unternehmen den Cloud-Schutz für wichtig oder sehr wichtig halten. Sorgen bereiten den Entscheidern oftmals die Auswirkungen des Patriot Acts, eines US-Gesetzes, das die Offenlegung von Daten ermöglicht und weitreichende Zugriffsrechte auf Daten. Cloud Anbieter wie Microsoft müssen US-Strafverfolgungsbehörden Zugriff auf von Kunden gespeicherte Daten gewähren. Rechtsexperten wie Vertreter des „Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz Schleswig-Holstein“ sehen solche Datenweitergabe aus dem EU-Gebiet heraus im Widerspruch zu europäischem Datenschutzrecht.

Während es in den letzten Jahrzehnten einen einseitigen Kulturtransfer von den USA nach Europa überwiegend im Bereich der Konsumgüter und des privaten Lebensstils gab, zielen diese aktuellen Entwicklungen im Cloud Computing auf das demokratische Gemeinwesen und die freiheitliche Kommunikationsordnung in Deutschland und Europa. Der Datenschutz als Schutz der Grundrechte wird ausgehöhlt. Bei der Entscheidung für oder gegen Cloud Computing ist der Privatanwender genauso gefragt wie der Unternehmensentscheider. Dieser kann sich durch den Einsatz von Cloud Computing sowieso nicht von der Verantwortung mit dem Umgang von Daten hinsichtlich moralischer oder strafrechtlicher Konsequenzen entbinden.

Während es für Microsoft im vergangenen Jahr um die Positionierung einer grundsätzlichen Cloud Computing Strategie ging, ist aktuell eine Feinjustierung angesagt. Integration von Services, individualisieren von Verträgen und Serviceleistungen, ferner Überzeugungsarbeit und Sachdiskussion mit Anwendern sowie klassisches Marketing und Lobbyarbeit sind die Erfolgsbringer.

Cloud Computing wird für alle Produkte aus dem Hause Microsoft ein integraler Bestandteil, und Erfolgsfaktor. Besonders deutlich wird das bei der Plattform für Smartphones – Windows Phone genannt.

Windows Phone – noch wenige Anschlüsse unter dieser Nummer
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