Gastkommentar
Die Großbaustelle Microsoft

  • 0

Windows 8: Warten auf den Erlöser

Aber nicht nur die Zukunft von Windows Phone scheint ungewiss. Auch das klassische Stammgeschäft mit Betriebssystemen für PCs hat Probleme. Zwar konnte Microsoft von seiner aktuellen Generation des Client-Betriebssystems nach eigenen Angaben mehr als 450 Millionen Lizenzen verkaufen. Jedoch gehen die führenden Analystenhäuser von einem weltweit schwächelnden PC-Absatz aus. Die Nachfrage wird insbesondere aus asiatischen Regionen und den BRIC-Staaten getrieben. Also insbesondere in den Ländern, wo laut der Business Software Alliance (BSA) die Softwarepiraterie am größten ist. In den klassischen Industrienationen wie Deutschland, Frankreich, Japan oder den USA werden hingegen andere Formfaktoren und Gerätetypen bevorzugt. Hierzu zählen etwa das iPad von Apple und Android-Tablets von Samsung. In diesem Segment hat Microsoft gegenwärtig wenig zu bieten und wartet auf den Erlöser namens Windows 8.

Dies soll eine „Brückenversion“ sein, die die Anforderungen von PC, Tablet und Phone konsolidiert abbildet. Hierzu zählen identische Funktionen sowie eine einheitliche Schnittstelle zum Bediener.. Windows 8 soll sowohl auf den „klassischen“ x86-Prozessoren von AMD sowie Intel – also diejenigen Prozessoren, die heutzutage überwiegend in PCs verbaut werden –, als auch auf Lösungen basierend auf der ARM-Architektur von der Firma ARM Limited und System-on-a-Chip-Systemen (SoC) laufen. Hierbei werden die Funktionen eines Systems auf einem integrierten Schaltkreis – also auf einem Chip – monolithisch integriert. Dies spart Platz und führt zu einer hohen Energieeffizienz. Insbesondere die Bereitstellung auf diesen Systemen ermöglicht Entwicklern und Anwendern neue Entfaltungsmöglichkeiten. Auch werden erst durch diese technischen Rahmenparameter vergleichbare Anforderungen wie längere Akkulaufzeiten erfüllt. Mit jedem Tag, an dem kein probates Produkt zur Verfügung steht, geht Microsoft und seinen Partnern auf einem wachsenden Markt bares Geld verloren. Das Sprachrohr der Industrie, die IT-Lobby-Organisation BITKOM, geht auf Basis einer Erhebung aus dem Frühjahr 2011 davon aus, dass sich der Verkauf von Tablet-PCs in diesem Jahr in Deutschland auf 1,5 Millionen Stück nahezu verdoppelt. In 2012 werden die Verkäufe nach der BITKOM-Prognose um 46 Prozent auf 2,2 Millionen Geräte zulegen.

Kommentare zu " Gastkommentar: Die Großbaustelle Microsoft"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%