Gebot von Dogan
Türken bieten für Pro Sieben Sat 1

Die Karten liegen im Bieterrennen um Deutschlands größten TV-Konzern auf dem Tisch. Unter anderem das türkische Medienunternehmen Dogan Yayin hat ein verbindliches Gebot für Pro Sieben Sat 1 vorgelegt.

HB MÜNCHEN. Bis Dienstagmittag mussten die Interessenten ihre verbindlichen Gebote für die Senderfamilie bei einem Londoner Investmenthaus einreichen. Bekannt wurde zunächst lediglich, dass der türkische Medienkonzern wie angekündigt eine offizielle Offerte vorgelegt hat. Dogan ist in Deutschland unter anderem mit der Tageszeitung „Hürriyet“ und Fernsehsendern aktiv.

In einer Mitteilung an die Istanbuler Börse teilte Dogan am Dienstag mit, für 50,5 Prozent an Pro Sieben Sat1 zu bieten. Diese umfasse 88 Prozent der Stamm- und 13 Prozent der Vorzugsaktien. Der Chef der Dogan Medien Holding, Mehmet Ali Yalcindag, sagte, er sei hoffnungsvoll, was den Ausgang des Verfahrens angehe. „Der Prozess ist bis jetzt sehr positiv für uns verlaufen.“ Eine mit dem Bieterverfahren vertraute Person sagte zu Reuters, auch Apax und Goldman Sachs hätten eine Offerte für den Sender eingereicht. Ein anderer Eingeweihter sagte, auch das zweite Konsortium aus KKR und Permira habe ein Angebot abgegeben. Apax, Permira und Goldman Sachs lehnten eine Stellungnahme ab, KKR war zunächst nicht zu erreichen.

In Bieterkreisen hieß es, eine Entscheidung Sabans in den kommenden Tagen werde für möglich gehalten. Angaben zur Struktur oder Höhe der Angebote war zunächst nicht zu erfahren. Früheren Informationen zufolge ist zu erwarten, dass ein Preis von mehr als 30 Euro je Aktie auf den Tisch gelegt werden müsse. Am Dienstag lagen die Titel 0,3 Prozent im Plus bei 23,50 Euro.

Analysten hegten bereits Zweifel, ob Dogan die Transaktion finanzieren könne. Dogan selbst kündigte an, ihre Chancen mit Hilfe eines starken Finanzpartners verbessern zu wollen.

Eigentümer von Pro Sieben Sat1 ist eine Investorengruppe um den Milliardär Haim Saban. Der ursprünglich von Saban geplante Verkauf an den Axel-Springer-Verlag, dem bereits zwölf Prozent an der Sendergruppe gehört, scheiterte an kartellrechtlichen Hürden. Vor kurzem ist die deutsche Verlagsgruppe bei der Dogan-Tochter Dogan TV eingestiegen. Eine Verbindung zwischen dem Einstieg bei Dogan und der Beteiligung an Pro Sieben Sat1 wies Springer aber zurück.

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