Gebührenzoff
RTL fordert ARD und ZDF zum Sparen auf

Im Streit um höhere Gebühren greift RTL-Deutschlandschefin Anke Schäferkordt den öffentlich-rechtlichen Rundfunk scharf an. Die Chefin des größten deutschen Privatsenders fordert von ARD und ZDF einen härteren Sparkurs.
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Düsseldorf„Bei ARD und ZDF ist noch nicht angekommen, dass Sparen auch heißen kann: einfach weniger Geld auszugeben.“, sagte die 48-Jährige, die seit sechs Jahren an der Spitze von RTL in Deutschland steht, dem Handelsblatt. „Ich bin außerordentlich erstaunt über das deutlich höhere Finanzvolumen, das ARD und ZDF ausgerechnet in Zeiten wie diesen künftig vom Gebührenzahler verlangen wollen“, sagt sie.

Die RTL-Chefin kritisierte insbesondere das Vorgehen der Öffentlich-Rechtlichen bei den Programmausgaben.  „Bislang gab es eine Champions League im Privatfernsehen für die Zuschauer kostenlos, das hat sich mit dem Rechteerwerb des ZDF geändert. Nun muss der Gebührenzahler wie kolportiert mehr als 50 Millionen Euro jährlich für die Champions League über seine Rundfunkgebühren bezahlen.“ Der Privatsender Sat 1 hatte jahrelang die Champions League gezeigt, war aber bei der vergangenen Rechtevergabe vom ZDF überboten worden. Das ZDF zeigt die Königsklasse des Fußballs ab nächstem Jahr für drei Spielzeiten.

ARD und ZDF hatten bei der unabhängigen Finanzkommission KEF einen Finanzbedarf zwischen 2013 und 2016 von insgesamt 1,47 Milliarden Euro angemeldet. Die ARD fordert vom Gebührenzahler 900 Millionen Euro mehr. Das ZDF postuliert einen Zuschlag von 429 Millionen Euro. Damit müsste der Gebührenzahler statt der bisherigen 17,98 Euro monatlich künftig 18,86 Euro zahlen, sollte die KEF der Bedarfanmeldung folgen.

Hans-Peter Siebenhaar ist Handelsblatt-Korrespondent in Wien und ist Autor der Kolumne „Medienkommissar“.
Hans-Peter Siebenhaar
Handelsblatt / Korrespondent für Österreich und Südosteuropa

Kommentare zu " Gebührenzoff: RTL fordert ARD und ZDF zum Sparen auf"

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  • Als Zwangsgebührenzahler für das öffentlich-rechtliche TV-Angebot muss man die Forderung des RTL in vollem Umfang unterstützen.Wenn zusieht,mit welchen Unsummen ARD und ZDF,sich gegenseitig überbietend, aufwenden,um attraktiv erscheinende Protagonisten von Sendeformaten zu gewinnen,ist dort ein Umdenken überfällig.Dabei ist die Causa Lierhaus nur ein besonders übles Beispiel für Geldverschwendung.

  • ARD und ZDF sparen doch schon, eine Wiederholung jagt die andere,bleibt die Frage wo denn das ganze Geld der Beitragszahler bleibt?!

  • Schon der Umstand, dass ein Pleiteland wie das Saarland sich eine eigene Sendeanstalt mit 800 überbezahlten Angestellten und womöglich noch ungezählten freien Mitarbeitern leistet, zeigt die Perversität dieses Systems.

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