Gehaltszuschlag: SAP verfehlt Ziele, Vorstandsgehälter steigen

Gehaltszuschlag
SAP verfehlt Ziele, Vorstandsgehälter steigen

Weil SAP die eigenen Ziele verfehlt hat, schrumpfen die Boni der meisten Mitarbeiter. Die Vorstandsgehälter wachsen dagegen um 30 Prozent. Auf die Auszahlung müssen die SAP-Chefs allerdings noch warten.

WalldorfDie Vorstände der Softwareschmiede SAP erhalten für 2012 einen satten Gehaltszuschlag. Im Schnitt ist die Vergütung der Topmanager um ein fast Drittel gestiegen, wie aus dem am Freitag veröffentlichten Geschäftsbericht hervorgeht. Co-Vorstandschef Jim Hagemann Snabe kann sich über ein Plus von 50 Prozent auf 8,25 Millionen Euro freuen. Sein Kompagnon Bill McDermott erhält sogar 8,78 Millionen Euro - 34 Prozent mehr als im Vorjahr.

Grund für den Aufschlag ist eine aktienbasierte Gehaltskomponente, die SAP im vergangenen Jahr einführte. Dieses Geld, das etwa die Hälfte der Vergütung ausmacht, sehen die Vorstände allerdings erst im Jahr 2016. Für 2012 bekommen die Vorstände erstmal nur Fixgehalt sowie kurz- und mittelfristige Erfolgsbeteiligungen. Die variablen Anteile waren 2012 wegen verfehlter Ziele gesunken. Unter dem Strich hatten McDermott und Snabe also weniger Geld auf dem Konto.

SAP hatte trotz eines neuen Umsatzrekords sein operatives Gewinnziel von 5,05 bis 5,25 Milliarden Euro verfehlt. Grund waren unter anderem die Milliardenübernahmen der Softwarefirmen Successfactors und Ariba. Die ehrgeizige Maßgabe hatte schon im Vorfeld für Ärger in der Belegschaft gesorgt. Finanzvorstand Werner Brandt hatte das für die Boni relevante interne Gewinnziel sogar auf 5,3 Milliarden Euro hochgesetzt. Die Mitarbeiter fürchteten deshalb schon im Vorfeld um ihre Prämien. Nun mussten sie zurückstecken.

SAP legt in diesem Jahr zum ersten Mal Geschäftsbericht und Nachhaltigkeitsbericht in einem gemeinsamen Dokument vor. Weiche Faktoren wie die Zufriedenheit von Mitarbeitern und Kunden hätten einen messbaren Einfluss auf das Geschäft, begründete das Unternehmen die Entscheidung. Steige zum Beispiel die Mitarbeiterbindung um einen Prozentpunkt wie im vergangenen Jahr, habe das einen positiven Effekt auf das Ergebnis von 62 Millionen Euro. Indem der Softwarekonzern seinen CO2-Ausstoß seit 2008 um 80 Prozent gesenkt hat, sparte er 220 Millionen Euro - unter anderem an Heizkosten.

Die weichen Faktoren hat SAP deshalb auch in seinen mittelfristigen Unternehmenszielen verankert. 2015 will SAP nicht nur 20 Milliarden Euro Umsatz machen und eine operative Gewinnmarge - also das Verhältnis von operativem Gewinn zum Umsatz - von 35 Prozent ausweisen. Die Mitarbeiterzufriedenheit soll bis dahin auf mehr als 82 Prozent steigen. 2012 lag sie bei 79 Prozent nach 77 Prozent im Vorjahr. Unter dem Sparkurs des ehemaligen SAP-Chefs Léo Apotheker war der Wert dramatisch eingebrochen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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