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13.12.2007 

Titelseite des Wall Street Journal: Nachrichtenprofi Robert Thomson soll die Redaktion verstärken. Foto: apLupe

Titelseite des Wall Street Journal: Nachrichtenprofi Robert Thomson soll die Redaktion verstärken. Foto: ap

In Verlag und Redaktion des "WSJ“ richtet man sich auf die Machtübernahme ein. Dow-Jones-Geschäftsführer Richard Zannino ist bereits zurückgetreten. Er macht Platz für den Murdoch-Gefährten Leslie Hinton aus Großbritannien. Zannino war es, dem Murdoch sein Übernahmeangebot am 29. März dieses Jahres zum Frühstück servierte.

Auch "WSJ“-Herausgeber Gordon Crovitz hat abgedankt. Ihn ersetzt Robert Thomson, bis vor kurzem Chefredakteur der ehrwürdigen "Times“ in London, die ebenfalls zum Murdoch-Imperium gehört. Wie Murdochs begann auch Thomsons Karriere einst in Australien – als Reporter bei der Zeitung "The Herald“.

Murdoch bleibt sich treu. Bereits bei seinem US-Boulevardblatt "New York Post“ setzte er auf britische und australische Gefolgsleute, um seinen Kurs einzuschlagen. Das sorgt für Kopfschütteln in den USA: "Viele Amerikaner irritiert sein aggressives Geschäftsgebaren. Sie betrachten es nahezu mit Verachtung“, schreibt Martin Dunn, der einst für Murdoch arbeitete und nun die Redaktion der "Daily News“ in New York leitet.

Das Rätselraten über Murdochs Strategie hat das neue britisch-australische Führungsduo bei Dow Jones noch nicht beendet. Der 63-jährige Hinton arbeitet seit seinem 15. Lebensjahr für Murdoch. In Großbritannien führte er einst mit dem Boulevardblatt "The Sun“ einen erbitterten Pressekrieg gegen die Konkurrenz. Solche Methoden treiben gestandenen "WSJ“-Leuten tiefe Furchen in die Stirn.

Mit dem schlaksigen Thomson bekommt die Redaktion dagegen einen Nachrichtenprofi. Der 46-Jährige leitete vor seinem Wechsel zur "Times“ vier Jahre lang die US-Ausgabe der "Financial Times“ (FT). Thomson ist zudem seit langem mit "WSJ“-Chefredakteur Marcus Brauchli befreundet, den er aus gemeinsamen Reporter-Tagen in Asien kennt. Brauchli und Thomson spielen in Murdochs Planungen eine entscheidende Rolle. "Von ihnen will er wissen, wie man am besten die ,New York Times’ in Amerika und international die ,FT’ in die Enge treibt“, sagt ein Dow-Jones -Kenner.

Einige Ideen hat Murdoch bereits angedeutet. Er wünscht sich kürzere Artikel, und er möchte die bisher kostenpflichtige Webseite WSJ.com umsonst ins Internet stellen. Der Wegfall von Nutzergebühren lasse sich durch zusätzliche Werbeeinnahmen mehr als ausgleichen, ließ Murdoch seine Skeptiker wissen.

Lesen Sie weiter auf Seite 4: Von wem die journalistische Zukunft des WSJ abhängen dürfte

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